2009 wurden 250 Telefonkabinen geschlossen

Swisscom - Telefonkabinen verlieren an Bedeutung.

In der Schweiz stehen immer weniger öffentliche Telefonkabinen. Die Swisscom hat in diesem Jahr 250 Telefonkabinen geschlossen, wie Sprecherin Myriam Ziesack gegenüber der Zeitung "Sonntag" bestätigt. Seit 1998 wurden gar 5000 Kabinen aufgegeben. Schuld ist das Handy: Immer mehr Leute besitzen ein Mobiltelefon. Und weil die Gesprächstarife in den letzten Jahren gesunken sind, verlieren die Telefonkabinen zusätzlich an Bedeutung. Von den Schliessungen betroffen sind auch Kabinen, die Teil der staatlichen Grundversorgung sind.

Von den rund 8000 öffentlichen Telefonstellen fallen rund 5000 in diese Kategorie. Bisher verlangte das Gesetz, dass in jeder Gemeinde mindestens eine Kabine steht. Doch das war einmal: Der Bundesrat hat Anfang Monat die entsprechende Fernmeldeverordnung abgeändert: "Jetzt können Gemeinden komplett auf öffentliche Telefonkabinen verzichten", bestätigt Peter Bär, Sekretär der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom). Und dies wird wohl in vielen Fällen früher oder später Realität: "Die meisten der 5000 Pflichtkabinen sind nicht kostendeckend", sagt Swisscom-Sprecherin Myriam Ziesack, "aus Kundensicht muss man deren Berechtigung effektiv hinterfragen."

Es gebe mehr als 1000 Telefonkabinen, die über mehrere Tage hinweg unbenutzt blieben. Deshalb sei man permanent mit den Gemeinden im Gespräch, deren Einverständnis die Swisscom für eine Schliessung benötigt. "Innert Jahresfrist ist die Zahl der Gespräche bei den öffentlichen Sprechstellen um 30 Prozent gesunken", so Ziesack, "im Jahr 2010 ist geplant, wie in den Vorjahren eine gewisse Zahl Standorte abzubauen." Welche und wie viele Kabinen betroffen sind, könne man noch nicht sagen, so Ziesack.