Der Kanton Aargau kehrt der Standortmarketing-Organisation "Greater Zurich Area" (GZA) den Rücken zu. Der Kanton beendet seine Probemitgliedschaft bereits per Ende Oktober. Der Nutzen für den Aargau liege "weit unter den Erwartungen", hält der Regierungsrat fest. Mit der bestehenden Organisation, Ausrichtung und Finanzierung der GZA könne "keine wesentliche Verbesserung des Nutzens" erreicht werden, teilte die Staatskanzlei Aargau am Freitag mit. Die GZA bleibe jedoch eine "mögliche Option" für das internationale Standortmarketing für den Aargau.
Das Kantonsparlament hatte im Mai auf Antrag des Regierungsrates beschlossen, dass der Aargau seine Probemitgliedschaft noch bis Ende Jahr fortsetzen sollen. Über alle Parteien hinweg kritisierte der Grosse Rat jedoch das bescheidene Kosten-Nutzen-Verhältnis der Organisation. Der Aargau ist seit fünf Jahren Probemitglied der "Greater Zurich Area". In dieser Zeit haben sich nur vier Unternehmen mit zwölf Arbeitsplätzen durch die Vermittlung der GZA im Aargau angesiedelt. Ein vom Parlament früher bewilligte Gesamtkredit von 2,95 Millionen Franken war noch nicht aufgebraucht. In der Kasse lagen im Mai noch 250'000 Franken. Daher wollte der Aargau ursprünglich bis Ende Jahr probeweise mitmachen.
Eine Arbeitsgruppe der GZA habe unter Leitung von Regierungsrat Urs Hofmann (SP) in den vergangenen Monaten Massnahmen zur Behebung der bestehenden Schwachstellen erarbeitet, heisst es in der Medienmitteilung der Staatskanzlei. Der Stiftungsrat habe den organisatorischen und finanziellen Handlungsbedarf zwar nicht generell in Frage gestellt. Die vorgeschlagenen Änderungen hätten jedoch keine Unterstützung gefunden. Der Stiftungsrat habe weitere Abklärungen veranlasst. Deshalb seien für den Kanton Aargau die Voraussetzungen für eine Weiterführung der Mitgliedschaft über den 31. Dezember 2010 hinaus zurzeit nicht erfüllt. Unter diesen Umständen mache "es auch keinen Sinn, in den nächsten zwei Monaten noch in der GZA zu verbleiben". (sda)