Im Kampf gegen Fettleibigkeit bei Kindern wollen Ärzte in den USA nun dem Maskottchen der Burgerkette McDonald's an den Kragen. Sie fordern den Fast-Food-Konzern auf, neben den Spielzeugen zu den Kindermenüs auch auf den Ronald McDonald zu verzichten.
Laut "Washingtonpost.com" veröffentlichte die gemeinnützige Organisation Corporate Accountability International einen Tag vor einer Sitzung der McDonald's Konzernspitze einen offenen Brief in mehreren US-Zeitungen. Darin beschuldigen Hunderte Ärzte den Konzern, mit Ronald McDonald und den Spielzeugen in den Happy Meals Kinder zu einer ungesunden Ernährungsweise zu ermutigen. Corporate Accountability International war Mitte der 90er durch ihren erfolgreichen Kampf gegen das Zigarettenkamel Joe Camel berühmt geworden.
Botschafter des Guten
McDonald's verteidigt derweil sein Maskottchen, das mittlerweile schon seit fast fünf Jahrzehnten als kinderfreundlicher Sprecher des Unternehmens auftritt. Ronald sei ein "Botschafter des Guten", wird Marlena Peleo-Lazar, die Werbechefin von McDonald's, in der "Washington Post" zitiert.
McDonald's sei stolz auf sein Maskottchen, welches Kinder dazu ermuntere, sich zu bewegen und aktiv zu sein, sagt Peleo-Lazar weiter. Gemäss der "Washington Post" hat sich das Image des Clowns tatsächlich vom tollpatschigen Unterhalter hin zum "Botschafter eines aktiven Lebensstils" bewegt. Der Ronald McDonald von heute steht als Pate für die McDonald's Kinderhilfe ein und präsentiert sich in der Werbung als fitter Athlet.
Kritik aus der Werbebranche
Doch Kritik am Clown wird mittlerweile nicht nur vonseiten der Ärzte laut. Trotz seines sportlich-modernen Auftretens in Fernsehspots ist Ronald McDonald auch in der Werbebranche nicht mehr unumstritten. Wie Washingtonpost.com schreibt, vermochte es das Maskottchen in einer kürzlich durchgeführten Testvorführung von neuen Werbefilmen nicht mehr, die Zuschauer zu begeistern. Der Clown sei von manchen sogar als "gruselig" bezeichnet worden, heisst es weiter. (sda)

