Der US-Softdrinkhersteller und weltweite Marktführer Coca-Cola will die Zahl seiner Abfüllfabriken in China in der kommenden Dekade mehr als verdoppeln. Auf diese Weise strebt das Management um CEO Muhtar Kent danach, die Umsätze in dem boomenden Markt zu verdreifachen. Der Konzern profitiert vor allem von der aufstrebenden Mittelschicht. Der für das China-Geschäft verantwortliche Coca-Cola-Präsident Doug Jackson hat angekündigt, in dieser Zeitspanne mehr als sechs Mal so viele "Coke-branded" Kühlboxen an Retailer, Bars und Restaurants auszugeben sowie neues Außendienstpersonal einzustellen.
Ambitionierte Ziele gerechtfertigt
"Wir wachsen im Verhältnis zur Industrie derzeit ähnlich stark", lässt sich Jackson in einem CNN-Bericht zitieren. Die ambitionierten Vorhaben des Konzerns aus Atlanta kommen nicht von ungefähr und sind Branchenkennern nach durchaus begründet. Schließlich gehen aktuelle Berechnungen davon aus, dass sich der Umsatz mit nicht-alkoholischen Getränken bis 2020 auf 30 Mrd. Kästen verdreifachen wird. Hinter der Expansionsstrategie für China steht zudem die fest eingeplante Zielmarke, die Erlöse zu verdoppeln und die der Abfüller von derzeit rund 100 Mrd. Dollar im Laufe der kommenden zehn Jahre auf 200 Mrd. Dollar zu steigern.
China als drittgrößter Markt für Coca-Cola
Werden die Margen erreicht, dann könnten 60 Prozent des neues Wachstums nicht nur aus China, sondern auch aus Indien und anderen Emerging Markets kommen. "Diese Prognose ist zwar ambitioniert, aber realistisch", so Erste-Bank-Analyst Hans Engel. In den etablierten Märkten hingegen rechnet man nur mit einem Wachstum von rund 15 Prozent. "Diese Märkte sind weitestgehend schon gesättigt. Zudem ist die Konkurrenz dort sehr groß", fügt Engel hinzu. China avanciert nach Erlösen damit zum drittgrößten Markt für die Amerikaner. Im Schnitt beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch 28 Coca-Cola-Produkte im Jahr.
Vergleichbare Marktmacht für Pepsi unerreichbar
Vor dem Hintergrund eines ähnlich hohen Konsums wie in Südamerika - Brasilien 2008 mit 199 Produkten pro Kopf - will man die Cooler-Penetration von sieben Geräten für 10.000 Menschen bis 2020 auf 40 erhöhen. Obwohl diese Schritte den Weg in die richtige Richtung markieren, sind sie im Vergleich zu Lateinamerika längst nicht erreicht. Dort stehen rund 50 bis 60 Geräte für 10.000 Menschen zur Verfügung. Nichtsdestotrotz erwirtschaftet Coca-Cola mit seinem Volumenumsatz in China gegenüber dem Erzrivalen Pepsi mehr als doppelt so viel. Weiteren Schub erhofft man sich aus dem Launch eines neuen Vitamin-Water-Brands. (pte)

