Aldi hängt Volg und Landi ab

Schweizer Detailhandel - Discounter gemäss GfK-Rangliste bereits auf Platz 5.

Aldi ist definitiv zu einer ernst zu nehmenden Kraft auf dem Schweizer Markt geworden. 2009 hat der deutsche Discounter bereits einen Umsatz von schätzungsweise 1,2 Milliarden erzielt und ist damit zum fünftgrössten Detailhändler der Schweiz avanciert. Eine dritte Kraft neben Migros und Coop ist Aldi knapp fünf Jahre nach seinem Markteintritt aber dennoch nicht: Mit Detailhandelsumsätzen von über 19 Milliarden respektive über 16 Milliarden Franken setzen die beiden Grossverteiler ein Mehrfaches als der deutsche Konkurrent um. Auch Manor und die Migros-Tochter Denner separat betrachtet liegen noch ausser Reichweite von Aldi.

In der Rangliste der grössten Detailhändler, die am Dienstag im Rahmen der Detailhandelstagung vom Marktforschungsunternehmen GfK Switzerland veröffentlicht wurde, liegen die Volg- und Landi-Läden aber mittlerweile hinter Aldi. Das gleiche gilt auch für die zu Coop gehörenden Interdiscount-Filialen, die Media-Markt-Elektrofachmärkte sowie Valora mit ihren Kiosken und Avec-Shops. In der Rangliste erstmals taucht Lidl auf, der zweite deutsche Discounter auf dem Schweizer Markt, der im Frühling 2009 seine ersten Filialen eröffnet hatte. Lidls Umsatz in der Schweiz schätzt GfK-Detailhandelsexperte Thomas Hochreutener für das vergangene Jahr auf 220 Millionen Franken.

Fünf Prozent Marktanteil für Aldi und Lidl

Im Lebensmittelhandel kommen Aldi und Lidl zusammen laut Hochreutener auf einen Marktanteil von rund 5 Prozent. Die in der Werbung von beiden Discountern stark hervorgestrichenen Schweizer Werte haben mit dem Siegeszug von Aldi und Lidl aber offenbar wenig zu tun. In einer repräsentativen Umfrage stellten nämlich nur gerade je zwei Prozent der Bevölkerung eine Verbindung zwischen Schweizer Werten und den deutschen Discountern her. Den beiden Grossverteilern Migros und Coop dagegen wird Swissness von je rund zwei Dritteln der Bevölkerung zugestanden, und auch Volg, Manor und Spar wird markant mehr Nähe zu Schweizer Werten attestiert als Aldi und Lidl.

Dennoch dürften Aldi und Lidl in der Schweiz weiter wachsen. Aldi zählte Ende 2009 112 Filialen, Ende dieses Jahres dürften es rund 30 bis 40 mehr sein. Lidl betrieb im Dezember 29 Läden, mittlerweile sind es deren 40 und bis Jahresende sollen es 60 sein. Ganz so einfach ist die Expansion aber nicht mehr. So dürfte es Aldi immer schwerer fallen, geeignete Standorte zu finden, sagte Hochreutener. Lidls Expansionspläne dagegen würden wegen fehlendem Personal gebremst. Könnte der Discounter in der Schweiz genügend ausreichend qualifizierte Angestellte rekrutieren, würde er noch schneller wachsen, so der Detailhandelsexperte. Doch nicht nur die im Lebensmittelhandel tätigen deutschen Discounter werden zulegen - die ganze Detailhandelsbranche hegt weiterhin Expansionspläne. Trotz Wirtschaftskrise und gesunkenem Preisniveau sind die Detailhandelsumsätze laut GfK schweizweit um ein halbes Prozent gestiegen. (sda)