«Am wichtigsten ist das Wohl unserer Kunden»

Felfel - Anna Grassler ist seit Anfang dieses Jahres Geschäftsführerin von Felfel. Mit ihrem intelligenten Kühlschrank hat das Unternehmen den Lunch in den Schweizer Büros revolutioniert und garantiert knapp 100'000 Arbeitnehmenden abwechslungsreiche Mahlzeiten am Arbeitsplatz.

von Matthias Ackeret

Frau Grassler, welche Trends bestehen momentan?
Aktuell sehen wir, wie immer mehr Büros ihre Kapazitäten wieder erhöhen und aktiv überlegen, wie sie ihr Büro und den Arbeitsalltag neu gestalten. Es geht alles in Richtung kollaboratives Arbeiten, Open Space, Austausch zwischen den Teams fördern etc. Und da wird auch die gemeinsame Pause inklusive Verpflegung immer wichtiger. Entsprechend starten wir aktuell oft mit Felfel bei neuen Kunden, die gleichzeitig ihr Büro umgestaltet haben, und wir können so die neue Art des Arbeitens einläuten.

Inwiefern spüren Sie das Homeoffice?
Es sind klar weniger Mitarbeitende vor Ort bei unseren Kunden, was bedeutet, dass es weniger Menschen gibt, die sich am Felfel verpflegen. Aber auf der anderen Seite konsumieren diese Mitarbeitenden umso mehr am Felfel, weil sie im Büro bleiben wollen, um die Pausen direkt vor Ort mit dem Team zu geniessen. Für uns ist es schön zu sehen, dass wir die Teams in dieser Zeit so gut unterstützen und eben auch den Austausch fördern können, der absolut nötig ist nach einer so langen Zeit im Homeoffice.

Wie ist Felfel überhaupt entstanden?
Aus dem Frust, am Arbeitsplatz kein richtig gutes Essen zu einem guten Preis zu finden. Optionen waren bis anhin Kantinen, die generell nicht so beliebt sind und sich auch erst ab ungefähr 500 Mitarbeitenden lohnen, umliegende Restaurants (sehr zeitaufwendig und teuer) und Take-aways (auch teuer, man verliert sich über Mittag, fördert nicht den Zusammenhalt im Team). All diese Faktoren bedeuteten, dass der Lunch in Schweizer Büros revolutioniert werden musste, was wir schlussendlich mit Felfel gemacht haben!

Gab es bereits Vorbilder für Ihr Unternehmen?
Nein, es ist ja keine sehr innovative Idee, es ist ein intelligenter Kühlschrank ... Aber wir sind fest davon überzeugt, dass zur Innovation nur 20 Prozent Idee gehören, die restlichen 80 Prozent sind Execution. Und bei Felfel dreht sich wirklich alles um die Execution.

«Wir investieren mehr in die hohe Qualität des Produktes als in Marketing»

Wie gewinnen Sie neue Kunden?
Auch heute noch sehr viel über Mundpropaganda. Wir investieren generell mehr in die hohe Qualität des Produktes als in Marketing. Wir glauben stark daran, dass das beste Marketing ist, wenn man die Erwartungen der Kunden einfach konstant um ein x-Faches übertrifft. Die grössten Teams bei Felfel sind die Teams, die sich um das Wohlbefinden unserer Kunden kümmern: das Customer Happiness Team (für Endkunden zuständig) und das Customer Success Team (für Firmenkunden).

Welches sind die grössten Herausforderungen, die Sie momentan zu bewältigen haben?
Die sind eher logistischer Natur: In den letzten eineinhalb Jahren hat sich die Belegschaft in den Büros unserer Kunden konstant wieder radikal geändert (Lockdown, zurück im Büro, Anzahl Mitarbeiter reduziert, dann alle wieder zurück …), entsprechend war es schwer für unsere Algorithmen, den Konsum vorauszusagen, und unsere Mathematiker mussten konstant flexibel bleiben, um den optimalen Service für alle Kunden anzubieten.



Das ganze Interview mit Anna Grassler erschien in der Sonderausgabe zum Digital Marketing Tag, die auch der Oktober-Printausgabe von «persönlich» beigelegt wurde.