Die Fussball-Europameisterschaft rückt näher: Noch 500 Tage dauert es bis zum Anpfiff der Euro 08 am 7. Juni 2008 in Basel. 54 Jahre nach der Fussball-WM wird die Schweiz wieder Schauplatz eines grossen Sportevents. Die Fussball-EM ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine Wertschöpfung von über 300 Millionen Franken wird prognostiziert. Der Medienwert für die Schweiz und Österreich wird mit gut 640 Millionen Franken kalkuliert.
Die Marketing-Regeln des Europäischen Fussballverbandes (UEFA) sorgen hier und da für rote Köpfe. Fakt ist, dass der Bundesrat ein von der UEFA gefordertes Gesetz gegen Schmarotzerwerbung (Ambush- Marketing) ablehnte. Es geht dabei um Firmen, die mit der Euro 08 für ihre Produkte werben, ohne Sponsor zu sein und ohne eine entsprechende Erlaubnis zu haben. Die UEFA will nun mit "Anti-Ambush-Patrouillen" vor den Stadien die Verteilung von Werbematerial kontrollieren, wie UEFA-Vertreter laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA letzte Woche in Wien erklärten.
Gute Gelegenheit für Standortmarketing
Die Euro 08 bietet sowohl der Schweiz als auch Österreich eine einmalige Plattform, sich der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Die Schweiz wird an der Euro 08 eine Standortkampagne mit dem Slogan "Schweiz. Entdecke das Plus" realisieren, wobei das Plus durch das Schweizer Kreuz versinnbildlicht wird.
Auch die hiesigen Austragungsorte Basel, Genf, Zürich und Bern wollen die Gunst der Stunde nutzen. Die Uefa stellt den vier Host Cities Werbeflächen im Stadion und Sendezeiten im TV zur Verfügung. Dies solle den Austragungsorten die "bestmögliche Werbung" ermöglichen. In Zürich lanciert Ende Januar der Stadtrat seine zusammen mit Zürich Tourismus erarbeitete internationale Marketingkampagne mit dem Zürcher Euro-Slogan. Präsentiert wird Zürich als kreativer und dynamischer Erlebnis- und Wissensstandort.
Klein aber fein solle die EURO 08 in der Bundesstadt über die Bühne gehen, hatte Stadtpräsident Alexander Tschäppät angekündigt. Bern könne anders als etwa Zürich "nicht mit der grossen Kelle anrichten". Die Bundesstadt habe aber "soviel Charme", dass sie die Besucher nicht mit einem Riesenaufwand locken müsse.
'Bern wirkt Wunder'
Der Slogan "Bern wirkt Wunder" soll an das deutsche "Fusballwunder" beim Berner WM-Final von 1954 erinnern. Bei den Fans im Stade de Suisse soll er Emotionen auslösen wie damals die deutsche Nationalmannschaft im Wankdorfstadion. Im Rahmen eines Wettbewerbs waren mehr als 3000 Vorschläge eingereicht worden.
Die Region Basel will seine Stärken während und nach der Euro 08 breit kommunizieren und die Aufmerksamkeit der Fernsehzuschauer, der Leserschaft der Printmedien sowie der Tausenden von Besuchern für die Imagebildung der Region nutzen. "Basel. Mehr als 90 Minuten." heisst der gemeinsame Claim der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Davon ausgehend soll eine Imagekampagne die Attraktionen, welche die Region weit über die 90 Minuten hinaus zu bieten hat, illustrieren. "In Basel wird sogar der Seitenwechsel zum Highlight" lautet zum Beispiel die Headline des ersten Kampagnesujets. (per/sda)