Nach wie vor macht Schweizerinnen und Schweizer eines besonders zu schaffen: die Arbeitslosigkeit. 71 Prozent haben Angst um ihren Arbeitsplatz, wie das Sorgenbarometer 2005 zeigt. 2004 waren es noch 69 Prozent gewesen.
"Welches sind heute die fünf wichtigsten Probleme der Schweiz?" Diese Frage stellte das Forschungsinstitut gfs.bern zwischen August und September 1000 Stimmberechtigten in der Schweiz und errechnete daraus das Sorgenbarometer 2005. Es wurde am Montag veröffentlicht.
Hinter der Arbeitslosigkeit wurden in der gleichen Reihenfolge wie in den beiden Vorjahren das Gesundheitswesen sowie die AHV und allgemein die Altersvorsorge als besorgniserregend eingestuft. Das Ausmass der Sorge nahm hier aber gegenüber dem Vorjahr leicht ab: beim Gesundheitswesen von 56 auf 51 Prozent, bei der AHV von 49 auf 45 Prozent.
Auf Platz 4 vorgerückt ist das Thema "Ausländer": Es löst bei 30 Prozent der Befragten Sorge aus. 2004 lag das Thema mit 24 Prozent Nennungen noch an sechster Stelle.
Sorge um Armut grösser
Neu auf dem fünften Rang im Barometer steht die Sorge um die neue Armut in der Schweiz. Dieses Thema hatte in der Befragung 2004 mit 22 Prozent lediglich den achten Platz belegt -- nun gehört es mit 29 Prozent zu den fünf grössten Sorgen.
Deutlich an Bedeutung verloren hat dagegen die Flüchtlingsproblematik. Wegen der Flüchtlinge besorgt sind nur noch 28 Prozent (Rang 6) der Befragten gegenüber 45 Prozent (Rang 4) im Vorjahr.
Löhne Sorge Nr. 9
Neu unter den zehn wichtigsten Sorgen sind die Löhne, die mit 21 Prozent auf Rang neun liegen (Vorjahr: Rang 13 mit 12 Prozent). Häufiger genannt mit 25 Prozent wurde auch die allgemeine Wirtschaftslage, die neu auf Rang sieben liegt (Vorjahr: Rang 10 mit 23 Prozent).
Dagegen hat die Entwicklung der Bundesfinanzen leicht an Bedeutung verloren und ist vom fünften auf den achten Rang gerutscht. Das Thema bleibt mit 23 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent) aber eine wichtige Sorge der Schweizerinnen und Schweizer. Das Thema persönliche Sicherheit schliesslich sank von Rang sieben auf Rang zehn, wurde aber immer noch von 20 Prozent der Befragten genannt.
Eigene Lage optimistisch beurteilt
Trotz der Besorgnis um Arbeitslosigkeit, Armut und Wirtschaftslage: Die meisten Befragten sehen ihre eigene wirtschaftliche Situation als gut an. 39 Prozent bezeichneteten ihre Lage als "passabel", 44 Prozent als "gut" und 9 Prozent sogar als "sehr gut".