19.07.2011

Borders

Aus des zweitgrössten US-Buchhändlers besiegelt

Ausverkauf in 400 Filialen beginnt - Kampf gegen Online-Anbieter verloren.

Die nach Barnes & Noble zweitgrösste Buchhandelskette der USA, Borders, kann sich nicht mehr länger über Wasser halten und gibt auf. Wie der Konzern in der Nacht auf Dienstag bekannt gab, beginnt der Ausverkauf in den noch rund 400 verbliebenen Läden aller Voraussicht nach bereits an diesem Freitag. 10'700 Menschen verlieren ihren Job. Stimmt der Insolvenzrichter den Plänen zu, dann ist Borders bis Ende September abgewickelt.

Die Suche nach einem Käufer, der das Unternehmen saniert und damit rettet, hat sich in Luft aufgelöst. Bereits am 16. Februar dieses Jahres hatte das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit erklärt. Was von dem Unternehmen übrig ist, soll verkauft werden, um viele Gläubiger zu bedienen. "Nachdem sich alle Seiten derart angestrengt haben, stimmt uns diese Entwicklung traurig", erklärt Firmenchef Mike Edwards. Die Ursache für die Misere sehen Brancheninsider wie auch das Borders-Management selbst vor allem in der Rivalität zu Online-Händlern - allen voran Amazon. Aber auch der in den USA weit fortgeschrittene Siegeszug der elektronischen Bücher hat Borders stark zu schaffen gemacht. So gehen die Lesegeräte inzwischen zu Preisen von unter 100 Dollar über die Theke - das sind umgerechnet 70 Euro. Hinzu kommt die Popularität der Apple-iPad-Tablet-Geräte.

Das endgültige Ende von Borders, die in ihren Glanzzeiten bis zu 13 Prozent des US-Marktes beherrscht haben, macht es auch für neue Autoren schwieriger, gefunden zu werden. "Wenn sie buchstäblich Meilen von Bücherregalen verlieren, wird dies einen Einfluss haben", schätzt David Young, Chef der Lagardère SCA Hachette Book Group, der Borders zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung 36,9 Millionen Dollar schuldet. Das Ende von Borders sei eine "Tragödie". (pte)


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