Auswirkungen von Sars auf ganzen Messestandort befürchtet

Messe Schweiz - "Würde die Messe in Regress genommen, so würde ihr dies das Genick brechen."

Nach dem Ausschluss südostasiatischer Hersteller wegen der Lungenkrankheit SARS von der "Baselworld" befürchtet der Leiter der Messe Schweiz, René Kamm, negative Auswirkungen auf den Messestandort Schweiz. Er kündigte Forderungen der Messe an den Bund an. Unter dem Imageverlust würden nicht nur die "Baselworld" sondern auch andere Schweizer Messen zu leiden haben, sagte Kamm am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Seine derzeitige Priorität sehe er nun darin, die diesjährige Uhren- und Schmuckmesse unter diesen "katastrophalen Rahmenbedingungen" durchzuführen.

Mehraufwendungen und entgangene Einnahmen

Der Messe Schweiz seien Schäden durch die "riesigen" Mehraufwendungen, entgangene Einnahmen, offene Rechnungen bei abgewiesenen Messeteilnehmern -- die sich wohl nicht mehr eintreiben liessen -- aber auch durch den Imageverlust entstanden. Nach Abschluss der Messe werde der Schaden aufgerechnet und Ansprüche beim Bund angemeldet, sagte Kamm. Wenn es zu Rückforderungen von Ausstellern gegenüber der Messe käme, werde sich diese auf die Klausel von "Force majeure", also auf höhere Gewalt, berufen müssen. Rückforderungen dürften für die Messe Schweiz nicht erfüllbar sein: "Würde die Messe in Regress genommen, so würde ihr dies das Genick brechen."

Die Delegation aus Hongkong hatte am Donnerstagabend zusammen mit ihrem Rückzug Klagen und Schadenersatzforderungen angekündigt. Für die nun vergeblichen Aufwendungen und für die entgangenen Geschäfte seien von dieser Seite bereits Milliardenforderungen genannt worden, sagte Kamm.

Besucherausfälle erwartet

Für die diesjährige "Baselworld" ist ein deutlicher Rückgang der Besucherzahlen absehbar. Er habe bereits von sehr vielen Abmeldungen gehört, sagte Kamm: "Die Berichterstattung hat im Ausland oft fast den Eindruck erweckt, dass in Basel die Seuche ausgebrochen ist." Im Vorfeld der Messe hatte es zudem wegen des Irak-Kriegs viele Absagen aus den USA gegeben. Immerhin sei er überrascht gewesen, dass am Donnerstag doch noch recht viele Besucher gekommen seien, sagte Kamm -- wobei auch zahlreiche Aussteller aus Zürich darunter gewesen sein dürften. Während in der Messe Basel nur gerade elf Aussteller nicht teilnehmen dürfen, stehen in Zürich auf fast drei Vierteln der Fläche die Stände leer.

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