Die Julius Bär Stiftung und das Bundesamt für Kultur haben heute Abend in einer öffentlichen Feier im ewz-Unterwerk Selnau in Zürich den Swiss Exhibition Award an das Kunstmuseum Bern, Abteilung Gegenwart, für die Ausstellung "Dislocación" verliehen. Der Award zeichnet jedes Jahr eine Institution für eine herausragende Ausstellung mit Schweizer Gegenwartskunst aus. Er ist mit einer Preissumme von 40'000 Franken einer der höchstdotierten Kunstpreise in der Schweiz und wurde zum vierten Mal vergeben.
Ausgangspunkt für die Gruppenausstellung "Dislocación" bietet die Zweihundertjahrfeier der chilenischen Unabhängigkeit: Die Schweizer Botschaft in Santiago beauftragt die chilenischschweizerische Künstlerin Ingrid Wildi Merino mit einem kulturellen Austauschprojekt. Das so entstandene Projekt, welches 2010 bereits in Santiago de Chile zu sehen war, wird adaptiert und im Jahr 2011 verantwortet durch die Kuratorin Kathleen Bühler im Kunstmuseum Bern gezeigt.
"Dislocación" steht für ein logistisch, technisch und künstlerisch ausserordentliches Projekt, das nicht nur zwei Kontinente und verschiedene Kulturen und Mentalitäten, sondern auch eine kollektive Autoren- und Kuratorenschaft umspannte. Die Gruppenausstellung war das Resultat eines Experiments mit ungewissem Ausgang. Die Überführung der Arbeiten aus dem chilenischen Kontext in die Schweiz bedingte, dass einige davon neu produziert werden mussten. Der in der Gegenwartskunst viel beschworene Kontextbezug blieb somit nicht blosse theoretische Erörterung, sondern bekam eine empirische, experimentelle Grundlage. (pd)