Becks-Brauer will Budweiser schlucken

Bier-Hochzeit - Inbev bietet 46 Mrd. Euro für Anheuser-Busch.

Der belgische Bier-Hersteller Inbev hat Mittwochnacht mitgeteilt, den US-Marktführer Anheuser-Busch für eine Summe von 46 Mrd. Dollar übernehmen zu wollen. Aus der Fusion zwischen den Herstellern der weltweit bekannten Biermarken Becks und Budweiser würde der mit Abstand grösste Brauerei-Konzern der Welt entstehen. Insgesamt wäre der fusionierte Mega-Betrieb in der Lage, einen Ausstoss von 460 Mio. Hektoliter Bier pro Jahr zu erzielen. Dass das Übernahmeangebot deutlich über dem derzeitigen Anheuser-Busch-Kurs liegt, habe jedoch einen triftigen Grund: Die Offerte sei nicht mit den Amerikanern abgesprochen gewesen.

In einer ersten Reaktion des Budweiser-Produzenten wurde die umgehende Prüfung des Angebots angekündigt. Eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Brauerei-Konzernen wäre angesichts der derzeitigen geografischen Verteilung der Marktanteile für beide Player interessant. So verfügt Inbev über eine starke Position in Europa und Schwellenländern, während Anheuser-Busch mit einem Anteil von 48,5 Prozent US-amerikanischer Marktführer ist.

Weltweit liegen die beiden Unternehmen nach Bierausstoss auf den Rängen zwei und drei. Mit einem gemeinsamen Umsatz von 36,4 Mrd. Dollar und einem EBITDA von 10,7 Mrd. Dollar würde der neue Grosskonzern auf Platz eins vorstossen und den britischen Braukonzern SABMiller verdrängen.

Die Übernahme will Inbev mithilfe eines Bankenkonsortiums, unter anderem bestehend aus Deutsche Bank, Barclays und BNP Paribas, finanzieren, wodurch ein Anteil von 40 Mrd. Dollar an Krediten aufgebracht werden soll. Mit der Durchführung bzw. Vorantreibung des Deals wurden die Investmenthäuser Lazard und JPMorgan beauftragt. Derzeit sei das Zustandekommen des Deals jedoch noch ungewiss, da besonders aus den Reihen der Familie Busch Widerstände zu erwarten seien. (pte)