16.08.2011

Promarca

Beschuldigt Coop und Migros

Detailhändler würden Währungsgewinne selber einstreichen.

Der Schweizer Marketingverbande Promarca geht in die Offensive. In einer Medienmitteilung macht der Verband darauf aufmerksam, dass Migros und Coop in der aktuellen Diskussion um Währungsdifferenzen alles versuchen, um ihre Lieferanten öffentlich unter Druck zu setzen.

Der Boykottentscheid, der am Wochenende in der Sonntagspresse ein grosses Thema war (vgl. z.B. "Sonntag"), sei ein Ablenkungsmanöver, sagt Anastasia Li-Treyer, Direktorin des Verbands der Markenproduzenten Promarca, auf blick.ch: "Es ist einmal mehr ein Beweis, dass die Detailhändler in der Lage sind, Lieferanten unter Druck zu setzen. Dies obwohl ein Grossteil der Lieferanten Währungsgewinne längst weitergeben."

Zur durch Inserate unterstützten Auslistung von Coop sagt Li-Treyer gegenüber blick.ch: "Das ganze kommt wie eine grosse PR-Aktion daher: Man missbraucht gute Marken für die eigene Werbung."

Zum Vorwurf, durch die Währungsvorteile würden Promarca-Mitgliedsunternehmen willentlich Vorteile aus dem tiefen Eurokurs für sich behalten, sagt Promarca: "Die grosse Mehrheit unserer Mitglieder gibt Währungsgewinne weiter. Wir vermuten daher viel eher, dass die Währungsgewinne bei den Händlern hängenbleiben." Promarca kennt entsprechende Beispiele. Allerdings würden sich aufgrund der hohen Marktmacht der Detailhändler die Lieferanten nicht trauen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Verband kämpft deshalb für Transparenz und fordert Behörden wie die Weko oder den Preisüberwacher dazu auf, aktiv und von unabhängiger Seite zu untersuchen, wo und warum Währungsdifferenzen sowie anderweitig gewährte Preisnachlässe der Lieferanten steckenbleiben.


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