Bessere Promotion für den Schweizer Film nötig

Studie - Konzentration auf den Nachwuchs.

Der Schweizer Film muss besser vermarktet werden. Dies ist, in einem Satz, das Ergebnis einer Studie zur Arbeit von "Swiss Films". Die Organisation hat bereits einen Massnahmenkatalog mit Verbesserungen vorgelegt. Peter Knoepfel vom "Institut des hautes études en administration publique" (IDHEAP) in Lausanne kritisiert in seinem am Donnerstag in Bern vorgestellten Schlussbericht zur Evaluation von Swiss Films die Promotionsarbeit von "Swiss Films" teilweise massiv.

Inhaltlich empfiehlt die Studie vor allem "Konzentration". "Swiss Films" solle sich bei seiner Arbeit auf wenige potentiell erfolgreiche Filme beschränken, also auf "eine beschränkte Anzahl Aktivitäten" konzentrieren. Konkret solle etwa "die Teilnahme an Festivals und anderen Filmanlässen" sowie "die Anzahl der zu fördernden und verbreitenden Filme" reduziert werden. Dazu brauche es "ein Leitbild", das die "Ziele, Kerngeschäfte und Arbeitsinstrumente" klarer formuliere, und es brauche eine klarere Kommunikation.

Die Studie empfiehlt dabei, sich auf das jüngere Filmschaffen, auf den Nachwuchs, zu konzentrieren, "sofern die Qualität der Filme gewährleistet" sei. Zudem müsse die Promotion früher, nämlich schon "in der Produktionsphase", einsetzen. "Swiss Films" müsse seine Arbeit in der Westschweiz und im Tessin verstärken, schreibt die Studie. Die Marketingaktivitäten müssten intensiviert werden, etwa indem das Label "Swiss Films" häufiger verwendet werde.

Inlandpromotion zu 80 Prozent beim BAK

Ein eigentlicher Schwachpunkt sei die heutige Struktur der Organisation. Sie sei "verwirrend" und müsse "vereinfacht" werden. Die Studie empfiehlt, für die Promotion "Langfilme, Kurzfilme und kulturelle Produkte" zu unterscheiden, da sie unterschiedliche Ansprechpartner hätten. Die Vertreter von "Swiss Films" haben an der Medienkonferenz bereits ein "Schema" vorgestellt, wie die Organisation mit Sitz in Zürich und Genf grundlegend neu strukturiert werden soll.

Unterschieden wird nicht mehr zwischen den Hauptaktivitäten Ausland- und Inlandpromotion, sondern zwischen Auslandpromotion und Kommunikation. Die Inlandpromotion werde zu 80 Prozent (Förderung) vom Bundesamt für Kultur (BAK) gemacht und zu 20 Prozent (Kommunikation) von "Swiss Films", sagte Filmchef Nicolas Bideau. Jetzt gehe es darum, auf der Grundlage der Studie die Struktur zu bestimmen, die "Swiss Films" ab 2007 annehmen wird. Sicher sei, dass "Swiss Films" in die definitive Phase überführt werde.