Betreiber wollen Datenschutz neuerlich lockern

Facebook - Nutzerdaten sollen kommerziell genutzt werden.

Trotz aller bereits geäusserten Kritik lockert Facebook seinen Datenschutz weiter. Dies vermeldet der deutsche Branchendienst "kress.de" am Dienstag. Künftig will das Netzwerk Nutzerdaten automatisch an Dritte weiterreichen. Dabei handle es sich zwar um "vorher überprüfte" Website- und Applikationen-Betreiber – welche das genau sind, verrät Facebook allerdings nicht. Es dürfte sich dabei um solche Seiten handeln, die per Facebook Connect an das Netzwerk angeschlossen sind – das sind weltweit um die 80'000.

Um die Weitergabe von Daten zu verhindern, müssen die Mitglieder aktiv die Opt-out-Funktion nutzen – sie werden nicht vorher gefragt. Erfahrungsgemäss nutzen viele Community-Nutzer diese Möglichkeit nicht. Facebook hat seine neuen Richtlinien im Unternehmens-Blog vorgestellt – von den Nutzern hagelt es Kritik. Unzählige Kommentatoren drohen mit dem Austritt und empören sich über Facebooks Umgang mit den Nutzern.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich bezüglich des Datenschutzes schon einmal in die Nesseln gesetzt: Im September 2009 blies er das geplante Werbeprogramm "Beacon" nach immensen Nutzerprotesten ab. In Deutschland steht man dem Gebaren des US-Netzwerks ebenfalls äusserst kritisch gegenüber, da sein Umgang mit Nutzerdaten kaum den den hiesigen Datenschutz-Richtlinien entspricht. Clemens Riedl, Chef der VZ-Netzwerke, moniert die Untätigkeit der Politik diesbezüglich und prangert das Safe-Harbour-Abkommen mit den USA an, dass den laxen Umgang mit dem Datenschutz offenbar absegnet.

In ihrem aktuellen Heft äussert auch die deutsche Stiftung Warentest Bedenken gegenüber Facebook, sie habe erhebliche Mängel beim Datenschutz festgestellt. (kress.de)