Brezelkönig-Übernahme verleiht Kioskbetreiber Schub

Valora - Printgeschäft weiterhin unter Druck, Neuausrichtung hilft.

Der Handelskonzern und Kioskbetreiber Valora hat im vergangenen Jahr bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Haupttreiber war die Übernahme des deutschen Laugenbäckers Ditsch/Brezelkönig sowie der Kauf der Convenience Concept mit ihren rund 1300 Kiosken, die erstmals vollständig in die Jahreszahlen eingeflossen sind.

Diese beiden Akquisitionen hatten wesentlichen Anteil am höheren Aussenhandelsumsatz, der auch die Erlöse der Franchisenehmer beinhaltet, wie Firmenchef Michael Müller am Donnerstag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich ausführte. Die Erlöse stiegen um 2,5 Prozent auf 3,4 Mrd. Franken.
 
Positiv beeinflusst wurde auch das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), das 2013 im Vergleich zum Vorjahr auf 77 Mio. Franken und damit um 36 Prozent höher zu liegen kam. Allerdings spielen hier auch positive Sondereffekte in der Höhe von 7,8 Mio. Franken durch Anpassungen des Umwandlungssatzes in der Personalvorsorge hinein. Gleichzeitig beeinflusste ein negativer Einmaleffekt von 4,7 Mio. Franken in Zusammenhang mit Restrukturierungsmassnahmen das Betriebsergebnis.
 
Der Reingewinn erhöhte sich um 40,8 Prozent auf 54,1 Mio. Franken. Darin enthalten seien auch die Gewinne aus aufgegebenen Geschäftsbereichen von 5 Mio. Franken, hiess es weiter.
 
Ditsch/Brezelkönig erwirtschaftete ein Betriebsergebnis von 26 Mio. Franken. Äusserst positiv sei dabei die Ebit-Marge von 13,3 Prozent, sagte Michael Müller, der erst sei Anfang März im Amt ist. Die Integration von Ditsch/Brezelkönig könne damit als äusserst erfolgreich bezeichnet werden.
 
Sortenmix kompensiert Zeitungsmisere
Aber nicht nur die Zukäufe verliehen dem Unternehmen Schub. Die Kioskbetreiberin hat zwar im vergangenen Jahr erneut weniger Zeitungen und Magazine verkauft. Und da der Presserückgang einerseits die Bruttomarge drückt und andererseits digital orientierte Kunden nicht mehr in die Läden gelockt werden können und deshalb dementsprechend die Frequenz in den Kiosken sinkt, wirkt sich der Rückgang gleich doppelt negativ aus.
 
Allerdings wurde die Zeitungsmisere mit dem Ausbau des Nahrungsmittelsortiments und neuen Dienstleistungen mehr als kompensiert. Valora fokussiert sich seit einiger Zeit immer stärker auf Food- und Nonfood-Produkte und reduziert so die Presseabhängigkeit. Der Aussenumsatz im Retailgeschäft wuchs um 4,8 Prozent auf 2,24 Mrd. Franken. Das Betriebsergebnis stieg von 19,1 Mio. auf 38,1 Mio. Franken auf bereinigter Basis.
 
Im vergangenen Jahr trug der Verkauf von Zeitungen und Magazinen nur mehr rund 15 Prozent des Bruttogewinns der Sparte bei. Gleich viel bringt bereits das Geschäft mit Dienstleistungen und anderen Angeboten wie etwa Swiss-Lose, Prepaid-Masterkarten oder Prepaid-Telefonkarten. Deren Anteil an der Bruttomarge hat den Presse- und Bücherbereich bereits eingeholt und bietet deutlich attraktivere Margen, wie es an der Medienkonferenz hiess. Der Gewinnanteil von Tabakverkäufen hingegen hat sich bei 20 Prozent stabilisiert.
 
Getränke, Nahrungsmittel und andere Produkte stehen bei über 50 Prozent - Tendenz steigend. Die Neuorientierung und Umwandlung der Verkaufsstellen zeige Wirkung, sagte Michael Müller. In den 111 bisher umgebauten Kiosken sei der Umsatz dank des breiteren Angebots im Durchschnitt um 6 Prozent im Vergleich zu den nicht umgebauten Geschäften gestiegen.
 
"Vertrag wird noch 2014 unterschrieben"
Am stärksten betroffen von den rückläufigen Zeitungs- und Magazinverkäufen ist die Division Services. Diese Sparte steht zum Verkauf. Man sei in den Vorbereitungen dazu schon weit fortgeschritten, sagte Müller. "Der Vertrag wird noch 2014 unterschrieben." (sda)