Schweiz Tourismus verlangt, dass der Bund seinen jährlichen Beitrag in den kommenden fünf Jahren von heute rund 44 auf über 55 Mio. Franken erhöht. Nur so könne Schweiz Tourismus das vorhandene Potential optimal erschliessen, lautet die Begründung. Zur Sicherstellung der bisherigen Dienstleistung würden 46 Mio. Franken pro Jahr ausreichen, sagten Schweiz Tourismus-Präsident Dick Marty und Direktor Jürg Schmid am Mittwoch vor den Medien in Bern. Schweiz Tourismus erachte es aber als Aufgabe aufzuzeigen, wie man in den Jahren 2005 bis 2009 noch mehr herausholen könnte.
Um sich neue, zukunftsträchtige Märkte zu sichern und die Qualität der Branche zu steigern, beantragt Schweiz Tourismus vom Bund für die kommenden fünf Jahre je 55.4 Mio. Franken, gesamthaft 277 Mio. Franken Zur Sicherstellung der heutigen Dienstleistung würden 230 Mio. Franken ausreichen.
Auf Wachstumsmärkten präsenter werden
Mit 17 der zusätzlichen 47 Mio. Franken will Schweiz Tourismus in den kommenden fünf Jahren die Marktpräsenz auf den Aufbaumärkten China, Südostasien und Russland stärken. Weitere 13.5 Mio. sollen in die Markenkampagne in den Nachbarländern Frankreich, Deutschland und Italien fliessen. Der Bundesbeitrag macht 60 Prozent des Jahresbudgets von Schweiz Tourismus aus. Die restlichen 40 Prozent steuert die Branche selber bei. 2003 betrug das Gesamtbudget von Tourismus Schweiz 73 Mio. Franken.
Der Antrag wird von GastroSuisse, hotelleriesuisse, dem Verband öffentlicher Verkehr und dem Schweizer Tourismus-Verband unterstützt. Erhöht der Bund seinen Beitrag, ist auch die Branche bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Bei jährlichen Bundesgeldern in Höhe von 55.4 Mio. würde die Branche künftig pro Jahr rund 37 Mio. Franken beisteuern. Mit 5640 Hotels, 35'000 Ferienwohnungen, 600 Campingplätzen, 600 Bergbahnen, 30'000 Restaurants sowie 500 Kur- und Verkehrsvereinen ist der Schweizer Tourismus gemäss Schmid die grösste KMU-Branche des Landes. Die 240'000 Beschäftigten erwirtschaften jährlich 46 Mrd. Franken.
Bundesrat und Parlament entscheiden
Der Antrag von Schweiz Tourismus liegt bereits auf dem Tisch des Bundesrates. Der Entscheid des Landesregierung wird in Kürze erwartet. Daraufhin geht der bundesrätliche Vorschlag ans Parlament, das sich im Rahmen der kommenden Sommer- bzw. Herbstsession mit dem Geschäft befasst. Über die Chancen der Aufstockung äusserten sich sowohl Marty wie Schmid vorsichtig. Eine Prognose sei schwierig, aber man habe gute Argumente, so Marty. Es wäre falsch, wenn man beim Tourismus spare, denn das Geld sein gut investiert und fliesse später zurück.