Es ist kalt an der Ski-WM. Da muss sich auch ein Sportminister warm anziehen. Dass Ueli Maurer übers Wochenende in einer mit Sponsoren-Logos verzierten Swiss-Ski-Jacke auf der Schladminger Zuschauertribüne sass, hat trotzdem für Irritationen gesorgt. Dies berichtet der "Blick am Abend" in seiner Ausgabe vom Montag.
Ein Bundespräsident als wandelnde Werbesäule? Der Schweizer Skiverband wehrt sich gegen diese Interpretation. Einen finanziellen Hintergrund habe der Auftritt des SVP-Bundesrats nicht, sagt Verbandssprecher Lorenz Liechti Torre. "Es war nicht das Ziel, dass man die Logos sieht. Wir haben ihm die Jacke geschenkt, um ihn symbolisch zu einem Teil des Teams zu machen."
"Kein Zustupf ins Verbandskässeli"
Druck von Seiten der Sponsoren habe es keinen gegeben. Dies bestätigt auch die Swisscom. Natürlich habe man sich über die Werbung gefreut: «Einen Zustupf ins Verbandskässeli gibt es von uns deswegen aber nicht.» Auch in Maurers Departement (VBS) sieht man die Sache entspannt. Der Bundesrat habe die Jacke "als Zeichen der Sympathie und Solidarität mit dem Team" getragen, sagt sein Mitarbeiter Jean-Blaise Defago.
Verwirrt hat Maurers Garderobe dafür offenbar die Österreicher. Die "Kronenzeitung" verwechselt den Schweizer Bundespräsidenten in der Montagsausgabe jedenfalls mit Adolf Ogi. Auch der war früher dann und wann im Skiverbands-Outfit anzutreffen. Im Gegensatz zu Maurer allerdings mit gutem Grund: Vor seiner Bundesratszeit stand er während sechs Jahren an der Verbandsspitze. (Blick am Abend)

