CEO Daniel Hofer im Interview

Affichage - Freut sich über das positive Ergebnis.

Die als APG bekannte Plakatgesellschaft Affichage hat sich von der gescheiterten Auslandexpansion erholt und den ersten Gewinn seit zwei Jahren erzielt (persoenlich.com berichtete). Anlässlich der Bilanz-Medienkonferenz vom Mittwoch hat persoenlich.com Affichage CEO Daniel Hofer zum Interview getroffen:

Herr Hofer, Affichage hat in diesem Jahr den Turnaround geschafft. Wie haben Sie dies nach dem doch durchgezogenen 2011 geschafft?

Wir haben ein intensives und anspruchsvolles Jahr hinter uns in welchem wir sowohl bezüglich unserer internationalen Aktivitäten als auch hier in der Schweiz grosse Fortschritte erzielen konnten. Die Kombination von rascher, konsequenter Umsetzung unserer Exitstrategien im Ausland und einer erfreulichen Geschäftsentwicklung in der Schweiz führte letztlich zu einem der besten Resultate in der Geschichte des Unternehmens. Dies ist sowohl für die Mitarbeitenden als auch die Aktionäre eine grosse Erleichterung nachdem die vergangenen Jahre sehr schwierig waren.

Das Auslandstrategie hat Affichage beinahe das Genick gebrochen, vor allem das Griechenlandgeschäft war desaströs. Verabschieden Sie sich nun von den Auslandaktivitäten?

In den vergangenen 12 Monaten haben wir parallel zueinander in 6 Ländern Verhandlungen mit möglichen Käufern geführt und gleichzeitig operative Massnahmen zur sofortigen Eliminierung der Verlustquellen umgesetzt. Entscheidend war der rasche Verkauf von Assets in Griechenland und der darauf folgende radikale Abbau aller dortigen operativen Tätigkeiten. Erfreulicherweise ist es uns zudem in sehr kurzer Zeit gelungen, die beabsichtigten Marktaustritte in Bulgarien, Ungarn, Italien und Bosnien-Herzegowina zu realisieren. In Rumänien konnten die langwierigen Auseinandersetzungen mit dem lokalen Minderheitspartner beigelegt und die vollständige Übernahme seiner Aktienanteile abgeschlossen werden. Derzeit restrukturieren wir die dortige Firma, werden uns aber zu gegebenem Zeitpunkt auch aus Rumänien zurückziehen. Einzig in Serbien wo wir klarer Marktführer sind wollen wir unsere Tätigkeit weiterführen.

Auf welche Geschäftsfelder legen Sie den Fokus nun?

Klare Priorität liegt in der Schweiz, zusätzlich bleiben wir wie gesagt in Serbien.

Was bedeuten diese Resultate für Ihre Aktionäre?

Dank des ausgezeichneten Ergebnisses können wir einerseits unsere Bilanz stärken, andererseits beantragen wir der Generalversammlung die Ausrichtung einer Dividende sowie einer Sonderdividende.

Das neue Jahr wird von der Branche als durchgezogen eingeschätzt. Welche Erfahrungen haben Sie in den ersten beiden Monaten gemacht?

Wie sich das Jahr noch entwickeln wird bleibt abzuwarten. Der Start ist uns jedoch gut gelungen und wir verzeichnen nach den ersten beiden Monaten eine durchaus erfreuliche Entwicklung des Auftragsportfolios.

Der Name Affichage wird neu durch APG/SGA ersetzt. Was sind die Gründe?

Unsere Gesellschaft ist in der Deutschweiz als APG und in der Westschweiz sowie im Tessin als SGA tief verankert und verfügt über eine ausgesprochen starke Markensubstanz. Die vorwiegend in Zusammenhang mit der Holdingstruktur und dem Auslandengagement geschaffene Marke Affichage ist mit der Re-Fokussierung auf die Schweiz obsolet geworden und auch negativ behaftet. Es erscheint uns nur konsequent, sie abzulösen und inskünftig als APG|SGA aufzutreten.

In Zürich ist das orange-gelbe Sunrisetram auf starke Kritik gestossen. Wie empfinden Sie als Initiant dieser Werbemassnahme diese Kritik?

Zunächst einmal ist die hohe Emotionalität in dieser Sache Beleg dafür, wie wirksam Aussenwerbung ist und wie sehr uns allen die VBZ Trams am Herz liegen. Die Nachfrage auf Kundenseite für die Vollbemalung der Trams in diesem zeitlich befristeten Versuch zeigt auch, dass die Verkehrsbetriebe über ausgezeichnete Werbemöglichkeiten verfügen welche offensichtlich einem starken Kundenbedürfnis entsprechen.

Interview: Matthias Ackeret