03.04.2013

Panalpina

Chefin Monika Ribar tritt ab

Auf den Nachfolger warten rote Zahlen.

Die "Financial Times" zählt sie zu den einflussreichsten Managerinnen der Welt. Nun tritt Monika Ribar als Panalpina-Konzernchefin ab. Ihrem Nachfolger Peter Ulber hinterlässt sie ein Unternehmen in den roten Zahlen. Ribar war 1991 zu Panalpina gestossen. Als sie 2006 an die Konzernspitze aufstieg, durchlebte das Logistikunternehmen turbulente Zeiten. Ihr Vorgänger Bruno Sidler musste zurücktreten, nachdem aufgeflogen war, dass ein Luftfracht-Manager Verluste von 33 Mio. Franken in den Büchern vertuscht hatte. 

Kurz nach Ribars Amtsantritt kam 2007 zudem eine Korruptionsaffäre in Nigeria ans Tageslicht, die das Unternehmen über Jahre belasten sollte. Das US-Justizministerium leitete eine Untersuchung ein, die erst drei Jahre später abgeschlossen wurde. Panalpina bezifferte die Kosten des Falls auf insgesamt 300 Mio. Franken. Zu schaffen machte dem Konzern auch, dass der Welthandel im Zuge der Finanzkrise einbrach. Um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, setzte Ribar den Rotstift an und strich fast 2000 Stellen.

Rote Zahlen

Auf Ribars Nachfolger Peter Ulber, der Anfang Juni die Leitung des Konzerns übernehmen wird, warten dennoch einige Herausforderungen. Insbesondere die Flaute im Luftfrachtgeschäft belastet Panalpina weiter. Im vergangenen Jahr rutschte Panalpina erneut in die roten Zahlen, aus denen der Konzern erst 2011 herausgekommen war. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 70,2 Mio. Franken. Ulber stand in der Vergangenheit unter anderem in den Diensten der Konkurrentin Kühne+Nagel. Der 53-jährige Deutsche war von 1985 bis 2011 für das Unternehmen tätig, bevor er sich 2011 selbständig machte und das Unternehmen Charleston Enterprise Group LLC mitbegründete. An der Börse wurde Ulber mit Vorschusslorbeeren bedacht: Die Panalpina-Aktie gewann am Mittwoch bis am frühen Nachmittag knapp 12 Prozent an Wert.

Einflussreichste Schweizer Geschäftsfrau

Panalpina-Verwaltungsratspräsident Rudolf Hug bedankte sich bei Monika Ribar. Sie habe den Konzern "durch eine der schwierigsten Phasen in seiner jüngeren Geschichte geführt", sagte er laut einer Medienmitteilung vom Mittwoch.
Neben der Aufgabe als Konzernchefin fand Ribar Zeit für mehrere Verwaltungsratsmandate, unter anderem bei der Fluggesellschaft Swiss und beim Computerzubehörhersteller Logitech. Dank ihrer Vernetzung wurde sie von der "Financial Times" 2009 in die Liste der 50 einflussreichsten Geschäftsfrauen der Welt aufgenommen, wo sie seither ihren festen Platz hat - als einzige Schweizerin. Künftig will sich die 53-Jährige auf Mandate in Verwaltungsräten und andere "nicht-exekutive Führungsaufgaben ausserhalb des Unternehmens" konzentrieren, wie es in der Mitteilung vom Mittwoch hiess. Ribars Rücktritt kommt für viele überraschend. Allerdings hatte sie selbst schon früher klar gemacht, dass sie nicht auf ihrem Posten klebt. "CEO zu sein ist keine Lebensaufgabe", sagte sie 2008 in einem Interview. "Man muss sich die Unabhängigkeit bewahren zu gehen." (sda)


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