Coop-Chef entschuldigt sich

Fleischskandal - Joos Sutter will Vertrauen zurückgewinnen.

In seinem ersten Interview seit Amtsantritt nimmt der neue CEO-Chef Joos Sutter erstmals persönlich zum aktuellen Fleischskandal Stellung. Publik gemacht hat diesen der "Kassensturz". Er hat berichtet, dass in 24 Filialen abgepacktes Fleisch, dessen Verkaufsdatum abgelaufen war, ausgepackt und an der Frischtheke verkauft worden war. "Die Vorfälle machen mich betroffen. Wenn die geschilderten Vorfälle so stimmen, möchten wir uns dafür bei allen Kunden entschuldigen. Das Vertrauen in uns hat gelitten. Wir werden jetzt alles unternehmen, dieses Vertrauen wieder zurückzugewinnen", sagt Sutter im SonntagsBlick. Sutter kündigt zusätzliche externe Kontrollen an. "Wir bauen eine externe Frische-Zertifizierung auf. Ein unabhängiges Unternehmen wird bei Coop- Metzgereien Kontrollen vornehmen."

Künftig darf in Coop-Metzgereien abgepacktes Fleisch aus der Selbstbedienung generell nicht mehr ausgepackt und an der Frischfleisch-Theke verkauft werden. "Fleisch ist ein heikles Produkt. Nulltolerenz ist radikal, aber klar kommunizierbar - für Kunden und Mitarbeiter. Das Fleisch von der Theke und das aus der Selbstbedienung sind jetzt zwei getrennte Welten", sagt Sutter dazu. Die Fleischverkäuft seien bis jetzt nicht zurückgegangen. "Die Menge ist ungefähr gleich. Wir beobachten eine Verlagerung: Die Kunden kaufen mehr abgepacktes und weniger offenes Fleisch." (sda)