Coop und Migros verkaufen Kundendaten weiter

Detailhandel - Der Detailhändler Coop hat vor einem Jahr ein Tool lanciert, mit dem Kundendaten analysiert werden können. Für die Markenindustrie sind diese Daten spannend, um herauszufinden, wer was warum kauft.

Die Schweizer Detailhändler Coop und Migros verkaufen Datenpakete basierend auf dem Verhalten ihrer Kundschaft. Die Markenindustrie nutzt die Daten, um herauszufinden, wer was warum kauft, wie die NZZ am Sonntag schrieb. So kann sie ihre Werbung möglichst ohne Streuverluste ausspielen. 

Coop habe vor einem Jahr ein Tool lanciert, mit dem Kundendaten analysiert werden können. Die Genossenschaft schreibt: «Das Angebot wird von unseren Partnern rege genutzt.» Wie viel damit verdient wird, sagte sie nicht. Migros besitzt kein solches Tool. Sie gebe Informationen aber Lieferanten weiter, damit diese eine Datenanalyse über ihr Sortiment erstellen können.

Beide Unternehmen betonten, dass sie nur anonymisierte Daten und keine Informationen über Einzelpersonen weitergeben. Ein Datenschutzexperte des Schweizerischen Konsumentenschutzes stellte die Anonymität in Frage. «Für uns stellt sich die Frage, ob die Vorgehensweise mit dem Grundsatz vom Datenschutzgesetz vereinbar ist», wird Lucien Jucker zitiert. Den meisten Kunden sei nicht bewusst, was mit ihren Daten geschehe. (sda/wid)