Frank Wubben. Seit Anfang Jahr hat Starbucks ein neues Logo. Warum?
Starbucks entwickelte sich in den letzten Jahren stark. Kaffee bleibt weiterhin unser wichtigstes Produkt. Daneben bieten wir jedoch auch diverse andere Getränke wie z.B. Frappuccino oder feine Teesorten an. Das neue Logo gibt uns hierzu mehr Möglichkeiten.
Die Wörter "Starbucks" und "Kaffee" fehlen darauf. Auch andere Marken wie Gap versuchten auf den Namen im Logo zu verzichten. Es ging schief. Warum soll es bei Starbucks klappen?
Es gibt zahlreiche positive Beispiele wie Apple oder Nike. Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns dieser Schritt gelingen wird.
Viele Starbucks-Fans ärgern sich über das neue Logo. Wie beruhigen Sie sie?
Starbucks ist zu einem wichtigen Teil im Alltag von Millionen von Menschen geworden. Man identifiziert sich mit uns und beobachtet uns sehr genau. Deshalb haben wir auch Verständnis dafür, dass dieser Schritt nicht allen gefällt. Diese Kritik ist nicht negativ.
Im März vor zehn Jahren eröffnete in der Schweiz das erste Starbucks-Coffeehouse, heute gibt es 46 davon. Nach dem Expansionsstopp der letzten beiden Jahre wollen Sie im Jubiläumsjahr wieder wachsen. Sind Sie auf Kurs - gibt es Ende Jahr die gewünschten fünf neuen Schweizer Starbucks?
Wir sind sehr erfreut über die Entwicklung in der Schweiz und konnten letztes Jahr auch ohne neue Stores überdurchschnittlich stark wachsen. Wir erhalten täglich Mails von Fans aus allen möglichen Orten in der Schweiz. Einen guten Standort an zentraler Lage zu finden, ist jedoch oft schwierig. Dennoch sind wir sehr zuversichtlich, dass es im laufenden Jahr zu weiteren Eröffnungen kommen wird. Bereits sicher ist die Eröffnung unseres ersten Stores in Baden im Verlauf des Jahres.
Wie spüren die Kunden das Jubiläumsjahr von Starbucks?
Wir feiern das ganze Jahr hindurch und es wird auf jeden Fall einige Überraschungen geben. Diese werden jeweils auf unserer Facebook Fanpage kommuniziert. Zu erwarten sind Innovationen im Food- und Getränke-Bereich aber auch ein paar feine Events mit Gästen. Geplant ist auch ein grösserer Anlass im Zürcher Central-Store. Dort eröffnete Starbucks vor zehn Jahren das erste Coffeehouse in Kontinentaleuropa.
Wie hat sich in den letzten zehn Jahren das Kaffeeverhalten der Schweizer verändert und wie spüren Sie die steigende Konkurrenz beispielsweise von McCafé?
Die Schweizer trinken gerne und relativ viel Kaffee. Das Qualitätsbewusstsein hat zugenommen und immer mehr Konsumenten geniessen sehr bewusst einen feinen Kaffee. Zudem probiert man auch gerne mal etwas Neues aus. Starbucks hat sich in den letzten Jahren in der Schweiz sehr positiv entwickelt. Wir respektieren McCafé sehr, sind von unserem Konzept her jedoch kaum 1:1 vergleichbar.
Welches sind die Zukunftstrends bei Starbucks?
Wir haben unser Teeangebot erst Anfang Jahr weiter ausgebaut, weil wir auch den Nicht-Kaffee-Trinkern etwas bieten wollen. Die Nachfrage nach Tee wächst kontinuierlich und Angebote wie z.B. der Chai Tea Latte haben bereits Kultstatus. Auch das Thema "Personalization" ist weiterhin sehr aktuell: Wir geben den Kunden die Möglichkeit, ihr ganz persönliches Getränk zusammenzustellen.
Wie unterscheiden sich Schweizer Starbucks von den anderen?
Das Food und Kühlgetränke-Angebot wird jeweils stark den Ländern angepasst. Aber auch die Kaffeegetränkeauswahl ist nicht überall gleich. Zudem werden lokale Besonderheiten berücksichtigt: Einen Café Crème gibt es beispielsweise nur in der Schweiz.
Starbucks will der dritte Platz sein neben dem Zuhause und dem Büro. Gibt es da keine Probleme mit ungebetenen Gästen?
Wir sind tatsächlich so etwas wie ein zweites Zuhause oder Büro auf Zeit für viele Schweizer geworden. Mit ungebetenen Gästen haben wir glücklicherweise wenige Probleme. Manch Randständiger schafft irgendwann den Wiedereinstieg und kommt dann umso öfter zu uns.
Die Offenheit hat auch Nachteile. Viele Kunden kritisieren das abgenutzte Inventar und "unsaubere" Tische
Wie erwähnt werden unsere Stores stark genutzt. Das hat zur Folge, dass das Inventar manchmal mehr leidet als uns lieb ist, oder der Service auch mal etwas überfordert ist. Wir sind jedoch kontinuierlich dabei, das zu überprüfen und zu verbessern. Dafür werden auch regelmässig erhebliche Summen investiert.
Auch zu ihrem Leitbild gehört das gute Einvernehmen mit den Nachbarn der Starbucks-Coffees. Können Sie ein Beispiel machen, was diesbezüglich in der Stadt Zürich passiert?
Jeder Store hat seine eigenen Aktivitäten im lokalen Umfeld. In Zürich unterstützen wir zum Beispiel seit längerem das Kinderspital.
Und wie stehts mit der Zusammenarbeit zwischen Starbucks und Orell Füssli?
Die Zusammenarbeit mit Orell Füssli läuft sehr gut. Die Zusammenarbeit mit Buchhändlern hat sich bereits vor einigen Jahren in den USA bewährt und ist ein eigentliches Erfolgsmodell.
Interview: Christine Schnyder

