Frau Diethelm, Serviceplan veranstaltet am Donnerstagabend erneut den «CMO of the Year». Welche Bedeutung hat dieser Preis mittlerweile?
Der «CMO of the Year Award» hat in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen und ist mittlerweile – im vierten Jahr seines Bestehens – zu einer festen Grösse in der Schweizer Kommunikationslandschaft geworden. Diese Entwicklung freut uns, wie die gesamte Trägerschaft, ausserordentlich. Das grosse Interesse zeigt sich nicht nur in den zahlreichen Partneranfragen, sondern auch in der wachsenden Zahl an Anmeldungen. Die Plätze sind jedes Jahr begehrter – so sehr, dass wir leider aus Kapazitätsgründen auch Absagen erteilen mussten. Zudem verleiht die Serviceplan Group den «CMO of the Year» auch seit mehreren Jahren in Belgien und Deutschland. Es ist sehr spannend, hier Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Bewertung und Auszeichnung zu sehen.
Nach welchen Kriterien wird der «CMO of the Year» gesucht?
Für den Award werden jedes Jahr Persönlichkeiten nominiert, die sich in besonderer Weise für ihre Marke einsetzen, Kund:innen ins Zentrum stellen, Nachhaltigkeit berücksichtigen und als Führungskräfte Vorbild sind. Gesucht sind Menschen, die neue Wege gehen und für Unternehmen wie Konsument:innen einen echten Mehrwert schaffen. Als Bewertungsbasis dienen uns in der Vorauswahl und anschliessenden Jurysitzung die Attribute «Persönlichkeit», «Erfolge», «Innovation», «Kundenfokus» und «Nachhaltigkeit (inkl. Diversität und Sinnhaftigkeit)». Wichtiger Partner hierbei ist die Universität St. Gallen, die hier relevante Insights liefert und Vorbereitungen zur Bewertung trifft.
«Vor vier Jahren haben wir erkannt, dass eine solche Auszeichnung auch in der Schweiz gefehlt hat»
Es ist ungewöhnlich, dass eine Werbeagentur einen solchen Anlass veranstaltet. Wie ist Serviceplan auf diese Idee gekommen?
Die Idee stammt ursprünglich von unseren Kolleg:innen in München, wo der CMO Award bereits seit zwölf Jahren etabliert ist. Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass Marketing in seiner strategischen Bedeutung oft unterschätzt wird. Dabei ist es ein entscheidender Treiber für Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Wir wollten und wollen ganz bewusst die Rolle des CMOs in den Unternehmen würdigen. Mit dem Award machen wir deshalb die besten Köpfe im Marketing – gemeinsam mit ihren Teams und Leistungen – sichtbarer. Vor vier Jahren haben wir erkannt, dass eine solche Auszeichnung auch in der Schweiz gefehlt hat. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir den «CMO of the Year» Award in der Schweiz lanciert, um den Beitrag des Marketings zur Wirtschaft und zur gesamten Kommunikationslandschaft noch stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Wer ist nominiert?
Wir freuen uns sehr über die diesjährigen Nominierten, die eine spannende und vielfältige Auswahl repräsentieren. Besonders schön ist, dass mit Angelika Leemann und Sara Jermann von Rivella erstmals auch ein Co-CMO-Duo nominiert ist (TopSharing). Darüber hinaus stehen Gregor Eicher (Bank Cler), Marco Greco (Ochsner Sport), Sonia Milici (Yuh), Martin Schweikert (BKW) sowie Martin Walthert (Digitec Galaxus) auf der Shortlist. Es zeigt sich damit eindrücklich, wie breit die Marketinglandschaft in der Schweiz aufgestellt ist – von Traditionsmarken bis zu Digitalpionieren. Und selbstverständlich ist der «CMO of the Year Award» längst über den «Röstigraben» hinausgewachsen: Auch die Romandie ist dieses Jahr erneut vertreten, was uns besonders freut.
Hat sich das Anforderungsprofil an die CMOs in den letzten Jahren verändert?
Ich denke, früher lag der Fokus eher auf Markenführung und Kreativität von Werbekampagnen. Heute ist das Spektrum viel breiter geworden und eine erfolgreiche Marketingperson braucht noch mehr Skills, um erfolgreich zu sein. Dazu gehören auch Themen wie Data, aber auch der Einsatz von neuen Tools und Technologien.