Dem Butterkartell getrotzt

Coop - 10 Prozent günstigere Eigenmarkenbutter im Verkauf.

Unter einer preisgünstigeren Eigenmarke führt Coop am 9. Januar eine Vorzugsbutter aus Schweizer Produktion ein. Mit dieser Massnahme will Coop zu einem weiteren Schritt Richtung Marktöffnung ansetzen. Noch immer werde nämlich insbesondere Butter aufgrund erheblicher Preisunterschiede in grossen Mengen im grenznahen Ausland eingekauft. Dies habe auch mit der laut Coop "kartellähnlichen" Organisation des Schweizer Buttermarktes zu tun.

Die Butterorganisation regelte bisher im Auftrag des Bundes den Buttermarkt. Sie hat als einzige Institution die Erlaubnis, Butter zu importieren, wenn Schweizer Butter zu knapp ist. Da die Abnahmepreise für Rahm zur Butterherstellung ebenso wie die Abgabepreise für die viel günstigere EU-Butter von ganz wenigen Butteranbietern der Butterorganisation bestimmt werden, wurde der Butterpreis gemäss Coop bisher künstlich hoch gehalten.

Für Coop sei es deshalb bisher nicht möglich gewesen, neben der hochpreisigen Vorzugsbutter Floralp und "die Butter" eine preisattraktivere Variante aus Schweizer Produktion anzubieten. Zudem sei auch der direkte Butterimport bis zum Wegfall des Zollgesetzes im Jahr 2011 unmöglich. Die Option, durch passive Veredelung Milch im Ausland zu Butter zu verarbeiten, möchte Coop aufgrund des sinnlosen Milchverkehrs nach eigenen Angaben nicht benutzen.