Denkanstösse für die Markenartikler

Promarca Forum - Zwischen Bewahren und Experimentieren.

Erfolgreiche Markenartikler müssen die grossen Trends unserer Gesellschaft frühzeitig erkennen, im richtigen Moment das richtige innovative Produkt auf den Markt bringen und in der Kommunikation mutig und schnell sein. So brachte der bekannte Zukunftsforscher Matthias Horx am Promarca Forum in Interlaken die Herausforderungen der Branche auf den Punkt. Er ermunterte die Teilnehmenden, auf die langfristigen Megatrends einzugehen und diesen mit massgeschneiderten Produkten zu begegnen.

Als Stichworte nannte er den Trend zu immer mehr gut ausgebildeten und erwerbstätigen Frauen genauso wie den Trend zu immer mehr älteren Menschen und das Bedürfnis nach Individualität. Es gelte, bestehende Zielgruppendefinitionen grundlegend zu revidieren und Antworten auf die Bedürfnisse von neuen Kundensegmenten wie "männliche Frustsingles" oder "weibliche Paniksingles" zu finden. Marken müssen laut Horx Motive wie Mobilität, Convenience, individuelle Geborgenheit oder Work-Life Balance noch stärker erfassen.

Zukunftsforscher Matthias Horx am Promarca Forum in Interlaken.

Klare Worte gab es auch von Patrick Krauskopf, Vizedirektor der Wettbewerbskommission: Die Handelskonzentration in der Schweiz dürfe keineswegs dazu führen, dass Innovationen verhindert werden. betonte das gemeinsame Interesse von Industrie und Handel, neue Produkte einzuführen. Die zunehmende Handelskonzentration dürfe keinesfalls dazu führen, dass Innovationen verhindert werden. Laut Krauskopf stehen die beiden führenden Schweizer Grossverteiler "unter besonderer wettbewerbsrechtlicher Kontrolle". Gleichzeitig nahm Krauskopf die Markenartikelindustrie in die Pflicht: Es sei für die Konsumenten nicht nachvollziehbar, wenn ein und dasselbe Produkt in der Schweiz 30 bis 40 Prozent teurer sei als im benachbarten Ausland, auch wenn diese Preisdifferenzen mehrheitlich auf Fehlregulierungen zurückzuführen seien.

Promarca-Präsident Alexander Jost bezeichnete am Forum die Situation der Markenartikelindustrie als Gratwanderung zwischen dem Bewahren von Bewährtem und Experimentieren mit Neuem. Allzu oft versande die gute Absicht, Innovationen zu schaffen, in „Aktionitis“ oder kostspieligen Flops. Denkanstösse dazu, was zu tun ist, gab es am Forum von verschiedensten Seiten.