Denner ist der Profiteur

Preiskampf im Detailhandel - Coop stärker getroffen als Migros.

Der Preiskampf im Detailhandel ist im letzten Jahr deutlich härter geworden. Damit wollen die Marktführer Migros und Coop ihre Positionen sichern, bevor der deutsche Discountriese Aldi den Schweizer Markt breit aufmischt. Profiteur ist Denner.

Die Migros konnte 2005 zwar den Detailhandelsumsatz um 0,6 Prozent auf den neuen Rekord von 17,352 Mrd. Fr. steigern. Das leichte Wachstum ist aber lediglich durch den Preisanstieg bei den Mineralölprodukten zustande gekommen, wie der grösste Detailhandelskonzern am Donnerstag mitteilte.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Coop: Nach dem Rückschlag im Vorjahr (-2,8 Prozent) hat die Nummer 2 der Branche den Detailhandelsumsatz ebenfalls massgeblich dank des Benzinpreisanstiegs um 0,6 Prozent auf 14,1 Mrd. Fr. erhöht.

Coop mit mehr Preissenkungen

Die Coop-Geschäfte litten allerdings stärker unter dem Preiskampf in der Branche als die Migros-Läden. Während der Umsatz der zehn Migros-Genossenschaften um 0,2 Prozent auf 14,618 Mrd. Fr. sank, gingen die Retailverkäufe bei Coop um rund 1 Prozent auf 9,5 Mrd. Fr. zurück. Coop schraubte im vergangenen Jahr die Preise um 280 Mio. Fr. herunter. Bei der Migros waren es 170 Mio. Franken.

"Wir sind zufrieden mit den Umsätzen", angesichts der Preissenkungen in solchem Ausmass, liess Migros-Chef Herbert Bolliger gegenüber der Nachrichtenagentur SDA verlauten. "Wir hatten in den vorangegangenen zwei Jahren massive Marktanteile gewonnen und konnten das hohe Niveau 2005 konsolidieren."

Boom der Billiglinien

Bei beiden "orangen Riesen" florierten die Billiglinien. Die Verkäufe von M-Budget seien im vergangenen Jahr um 67 Prozent auf 480 Mio. Fr. nach oben geschnellt, hiess es bei der Migros. Das Sortiment wurde mittlerweile auf 400 Artikel ausgebaut.

Angesichts des Erfolgs der grüngestreiften Konkurrenzprodukte hatte der Basler Coop-Konzern Anfang 2005 die Billiglinie "Prix Garantie" eingeführt, nachdem er sich in früheren Jahren mit qualitativ hochwertigen aber auch teuren Bioprodukten profiliert hatte.

"Prix Garantie" biete heute 330 Artikel an, sagte Coop-Chef Hansueli Loosli in einem Interview mit der Zeitung "Cash". Bei 400 bis 500 Artikeln werde dann Schluss sein. Ziel sei ein Umsatz der Billiglinie von 400 Mio. Franken. Ein aggressiver Ausbau sei nicht geplant. "Wir wollen nicht den Discounter spielen."