Der Bestand steuert die Kampagne

Matto-Group - BMW Motorrad Schweiz lässt seine Partnergaragen über ein Tool des Zuger Unternehmens werben. Die Sujets entstehen automatisch aus den Angeboten auf deren Websites. Design und Leitplanken gibt der Hauptsitz in Dielsdorf vor.

Die Plattform frontrunner.ai übernimmt Fahrzeugdaten, Bilder, Preise und Verfügbarkeit direkt von diesen Seiten. Eine Schnittstelle oder ein Datenfeed sei dafür nicht nötig, heisst es in einer Mitteilung. Daraus generiert das Tool auf der Basis zentral definierter Vorlagen Werbemittel für jeden Standort. Ändert sich ein Preis, wird das Sujet angepasst. Wird ein Motorrad verkauft und von der Website entfernt, verschwindet es aus allen laufenden Kampagnen.

Die Händler legen Zeitraum, Budget und Kanäle fest. Zur Auswahl stehen Search, Social Media, Audio, Digital Out of Home, Display und Video. Für das Targeting nutzt die Matto-Group eigene First-Party-Daten. Damit lassen sich laut Mitteilung Zielgruppen etwa nach Kaufkraft, Beruf oder Region ansprechen. Über dieselbe Plattform kann BMW Motorrad Schweiz auch nationale Awareness-Kampagnen steuern. Alle Kampagnen werden in einem gemeinsamen Dashboard ausgewertet, bis auf die Ebene des einzelnen Modells. Setup, Erstellung der Werbemittel, Hosting und Dashboard sind für die Händler kostenlos.

«Unsere Händlerpartner sind Unternehmer – aber keine Mediaagenturen», lässt sich Marc Gobeli, Head of Marketing BMW Motorrad Schweiz, in der Mitteilung zitieren. Gobeli hat das Projekt initiiert. Die Marke behalte die Kontrolle über Design, Daten und Budgets, «die Garagen erhalten die Einfachheit».

Wettergesteuerte Aussenwerbung

Erstmals eingesetzt wurde das System in der Händlerkampagne «Boxer Bonus 2026». Die Klickraten lagen laut den Beteiligten bei nahezu dem Dreifachen des Branchenüblichen, an einzelnen Standorten bei bis zu 0,38 Prozent. Die digitalen Aussenwerbeflächen wurden wettergesteuert bespielt: Bei Regen pausierte die Motorradwerbung automatisch. Nach der Kampagne erhielt jede Garage einen Schlussbericht. Darin steht auch eine Analyse, wo im eigenen Einzugsgebiet noch Potenzial liegt. «Vom ersten Login bis zur laufenden Kampagne vergehen keine zwei Tage», so Alain Fischer, Spezialist Marketing & Produkte, der die Einführung bei den Händlern begleitet.

Für die Saison 2027 planen die beiden Unternehmen den Ausbau auf das gesamte Händlernetz und auf weitere Kanäle. In einem nächsten Schritt sollen die CRM-Systeme der Händler angebunden werden. So lassen sich Verkäufe und Besuche in der Garage einzelnen Werbemassnahmen zuordnen. Die Plattform sei für den DACH-Raum ausgelegt und lasse sich auf weitere Märkte und Marken übertragen, heisst es weiter. (pd/cbe)