Procter&Gamble (P&G), unter anderem Hersteller von Marken wie Gillette oder Pampers, ist weltweiter Sponsoring-Partner der Olympischen Spiele bis 2020. Mit der Kampagne "Danke Mama" anlässlich der Olympischen Spiele 2012 in London will P&G einen Beitrag dazu leisten, den Alltag von Müttern aus aller Welt zu erleichtern. In der Schweiz ging P&G anlässlich der diesjährigen Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck eine Kooperation mit der Schweizer Sporthilfe ein, um junge Schweizer Sporttalente und ihre Familien zu unterstützen. Die Kooperation beinhaltete unter anderem eine Spendenaktion in Zusammenarbeit mit Didier Cuche, P&G Botschafter für die Olympischen Jugend-Winterspiele. Weltweit sollen insgesamt fünf Millionen Dollar an Fördermitteln für Jugendsportprogramme gesammelt werden.
Ausserdem soll die Kommunikation von P&G in Zukunft nicht mehr nur auf die einzelnen Marken fokussieren, sondern auch P&G als Firma dahinter hervorgehoben werden. Im Interview mit persoenlich.com erklärt Arne Schepker, Marketingleiter P&G Schweiz, wie diese neue Kommunikationsstrategie umgesetzt werden soll und weshalb Didier Cuche der perfekte Botschafter ist:

Herr Schepker, P&G will in Zukunft vermehrt als Firma auftreten. Weshalb?
Die Art, Marketing zu betreiben, ist ständig im Wandel. Heutzutage reicht es nicht mehr aus, nur von der Leistung und den Eigenschaften eines Produkts zu sprechen. Obwohl diese natürlich zwingende Voraussetzungen bleiben, interessiert es moderne Verbraucher immer stärker, wofür eine Marke steht. Sie möchten wissen, wer hinter einem Produkt steht und welche Werte dieses Unternehmen vertritt. Wir wollen uns als P&G nicht verstecken, sondern diese Fragen proaktiv beantworten.
Wie wird diese neue Strategie umgesetzt?
Die Kampagne anlässlich der Olympischen Jugend-Winterspiele, wo wir uns zusammen mit Didier Cuche für Schweizer Sporttalente engagieren, ist ein gutes Beispiel dafür, wie die P&G Marke in der Schweiz zum Leben erweckt wird. Wir wollen die P&G Marke nicht nur über klassische Kommunikationsmittel mit Inhalten und Werten füllen, sondern diese auch mit handfesten Taten erlebbar machen.
Welche Vorgaben haben Sie für die Schweiz aus dieser globalen Strategie?
P&G ist ein globales Unternehmen mit vielen führenden Marken wie Gillette, Ariel oder Pampers, die global geführt werden. Wir werden auch die P&G Marke global führen, das heisst die Markenwerte, der Charakter und die Schwerpunktthemen der Marke werden global festgelegt. Die Partnerschaft mit dem International Olympic Committee (IOC) ist z.B. global, bei der Umsetzung können wir aber lokal den besten Gesamtplan aus den globalen Vorlagen und lokalen Ideen schmieden.
Können Sie dazu ein Beispiel nennen?
Die Schweizer Kampagne mit Didier Cuche und der Schweizer Sporthilfe ist das beste Beispiel - aufbauend auf der globalen IOC-Partnerschaft ist sie ansonsten zu 100 Prozent lokal entstanden, von der Spendenidee über den Schirmherr und die Fernsehwerbung bis hin zur Umsetzung im Detailhandel. Eine grosse Hilfe ist auch der rege Austausch zwischen den Marketingleitern der einzelnen Länder. Denn genauso wie andere Länder jetzt die Schweizer Kampagne zur Förderung des Jugendsports in ähnlicher Form umsetzen, lassen auch wir uns sehr gerne von guten Ideen aus aller Welt inspirieren.
Worin genau besteht die Kooperation mit der Schweizer Sporthilfe?
Anlässlich der Olympischen Jugend-Winterspiele wollte P&G mit einer Kampagne auf die Tätigkeit der Stiftung Schweizer Sporthilfe und die Hilfsbedürftigkeit junger Sporttalente aufmerksam machen. Zudem fand zu Gunsten der Schweizer Sporthilfe eine P&G-Spendenaktion statt. Beim Kauf jedes P&G-Produktes im Coop kam ein Anteil der Sporthilfe und somit jungen Schweizer Sporttalenten und ihren Familien zugute. Auch Konsumenten konnten - zum Beispiel im Rahmen von Gewinnspielen - ihre Gewinne spenden.
Wie lange dauert diese Kooperation?
Die Spendenkampagne für die Schweizer Sporthilfe dauerte vom 1. Dezember 2011 bis zum 31. Januar 2012. Wir bleiben aber während des gesamten Jahres 2012 Partner der Sporthilfe. Und je nach Erfolg der Kampagne werden wir uns auch darüber hinaus gemeinsam mit der Schweizer Sporthilfe für den Jugendsport in der Schweiz engagieren.

Didier Cuche mit seiner Mutter Marlise Cuche.
Wie erfolgreich war die Spendenkampagne?
Die Reaktionen der Schweizer Konsumenten waren herausragend. Vor allem von Schweizer Müttern mit sportlichen Kindern haben wir viel positives Feedback erhalten - ich sehe es zum Beispiel immer als ein sehr gutes Zeichen, wenn eine Fernsehwerbung extra aufgezeichnet wird. Als mir eine Mutter dies erzählte, wusste ich, dass wir einiges richtig gemacht haben. Ob sich diese positiven Reaktionen auch, wie gehofft, in der Spendenkampagne materialisiert haben, wird sich bei der finalen Auswertung zeigen.
Wie bewerten Sie rückblickend die Zusammenarbeit mit Didier Cuche?
Die Zusammenarbeit mit Didier Cuche hat uns natürlich geholfen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Kampagne und die Bedürfnisse der jungen Schweizer Sporttalente zu lenken. Didier ist ein Star des Skirennsports - und völlig verdient zum Schweizer und Schweizer Sportler des Jahres gekürt worden. Was uns aber überzeugt hat, mit Didier zusammenzuarbeiten, ist sein Einsatz für ein besseres Unterstützungssystem für junge Sportler in der Schweiz. Er weiss aus eigener Erfahrung als junger Athlet, wie viel Hilfe man braucht, von Transport in die Berge über seelische Unterstützung bis hin zu finanzieller Hilfe. Die Geschichten, die er uns erzählte, wie seine Familie und besonders seine Mutter ihn während seiner gesamten Karriere unterstützt haben, haben uns überwältigt und geholfen, unsere Kampagne mit Leben zu füllen. Damit konnten sich auch die jungen Sportler identifizieren. Ich bin sehr froh darüber, dass er sich bereit erklärt hat, unser Gesicht für die Olympischen Jugend-Winterspiele zu sein.
Werden Sie auch nach seinem Rücktritt mit Cuche zusammenarbeiten?
Ich bitte um Verständnis, dass wir keine Auskunft zu unseren Zukunftsplänen geben. Wir werden uns aber definitiv nach Auswertung der Kampagne und seinem Saisonende mit Didier und seinem Management zusammensetzen. Da wir mit Didier nicht aufgrund seiner sportlichen Erfolge zusammenarbeiten, sondern aufgrund seiner Passion, jungen Sportlern in der Schweiz weiterzuhelfen, ist sein Rücktritt vom aktiven Sport für uns kein genereller Hinderungsgrund.
Weshalb engagiert sich P&G überhaupt für den Nachwuchssport?
Wir waren überrascht, wie oft Familien - selbst hier in der Schweiz - mit der finanziellen Belastung der jungen Sportlerkarrieren zu kämpfen haben. Genau wie wir mit unseren Produkten versuchen, das alltägliche Leben der Menschen zu erleichtern und zu verbessern, wollten wir mit dieser Kampagne das Leben von Schweizer Familien mit jungen Sporttalenten erleichtern. Zudem wollen wir auf die "unsung heroes" hinter den jungen Athleten aufmerksam machen - das unverzichtbare Unterstützungssystem unter anderem aus Eltern, Trainer und Sponsoren, ohne die eine junge Sportlerkarriere sicherlich nicht möglich wäre. Da darf man ruhig mal "Danke" sagen für die zumeist freiwillige oder ehrenamtliche Hilfe.
Interview: Sibylle Lagler

