Nespresso und Google gehören neu zu den 20 stärksten Marken der Schweiz. Sie verdrängen Traditionsmarken wie Appenzeller, Tilsiter und Sugus. Das zeigt der BrandAsses Valuator (BAV) 2009 der Young & Rubicam Gruppe, der am Donnerstag präsentiert wurde. Die Schweizer Konsumenten begegnen der Wirtschaftskrise gemäss Studienresultaten mit Nüchternheit und Zuversicht: Qualität ist wieder stärker gefragt, der Trend zu innovativen und nachhaltigen Produkten wird durch die Krise noch verstärkt, meint Caspar Coppetti, Chief Strategy Officer der Y&R-Gruppe, im Interview mit "persoenlich.com".
Lange waren die Schweizer Konsumenten den etablierten Marken so treu, dass Newcomer kaum eine Chance hatten auf einen Platz unter den Top-Marken. Nun kommt die Markenhierarchie erstmals stark ins Wanken. Mit Nespresso und Google stürmen zwei junge und äusserst innovative Marken mitten unter die traditionellen Platzhirsche der geschichtsträchtigen Schweizer-Marken wie Migros, Ovomaltine, Zweifel oder Thomy. Ebenfalls neu unter den Top 20 sind Kelloggs Cornflakes. Den jungen Stürmern Platz machen müssen so ur-schweizerische Marken wie Sugus oder die beiden Käsemarken Appenzeller und Tilsiter.
Laut Coppetti sind die aktuellen Veränderungen in der Schweizer Markenrangliste die stärksten seit Messbeginn 1995. Damit setze sich ein Trend fort, der sich bereits vor zwei Jahren abgezeichnet habe: Die rapide fortschreitende Nutzung von digitalen Medien bietet innovativen Marken die Möglichkeit, mit vergleichsweise tiefen Marketingbudgets einen intensiven Dialog mit den Konsumenten zu führen. Etablierte Marken, die diesen Trend verschlafen, werden so in kürzester Zeit überholt und abgehängt.