«Die Schweiz ist im digitalen Angebot sehr fit»

Content Marketing Forum - Swisscontent-Chef Daniel Kaczynski ist neu in den Vorstand des Content Marketing Forum (DACH) gewählt worden und steht damit den Schweizer Mitgliedern vor. Im Interview spricht er über die neuesten Trends der Branche und sagt, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt.

von Matthias Ackeret

Herr Kaczynski, Sie sind nun Ländervorstand des Content Marketing Forum (DACH) und damit Vorsitzender der Schweizer Mitglieder. Was sind die Ziele Ihrer Tätigkeit?
Ich freue mich sehr über die Ernennung. Die Ziele decken sich natürlich in erster Linie mit denen des Verbandes. Namentlich dem Gattungsmarketing für Content Marketing, dem Wissensmanagement und der Positionierung unserer Mitglieder in diesem Feld. Darüber hinaus ist es mir wichtig, die spezifischen Anliegen der Schweiz im Gesamtverband einzubringen und zu vertreten, wie das auch meine Vorgänger Viviane Egli und Urs Arnold sehr gemacht haben. Als Drittes will ich die Aktivitäten in der Schweiz weiterhin auf hohem Niveau halten.

Warum ist Ihr Verband länderübergreifend strukturiert?
Weil es Sinn macht. Die Herausforderungen und Tätigkeiten sind dieselben. Die länderübergreifende Struktur ermöglicht eine breitere inhaltliche, personelle und finanzielle Abstützung. So können wir uns beispielsweise eine hochprofessionelle Geschäftsstelle in München leisten, was alleine nicht möglich wäre. Ebenso können wir auf diese Weise grosse Veranstaltungen, wie den «Best of Content Marketing», den grössten europäischen Wettbewerb für contentbasierte Unternehmenskommunikation, durchführen.

Welchen Stellenwert hat Content Marketing in der Schweiz?
In der Schweiz hat inhaltsbasierte Kommunikation schon sehr lange eine starke Position. Es entspricht dem Charakter des Schweizers, der inhaltlichen Qualität einen hohen Stellenwert beizumessen. Der Anteil am Kommunikations- und Marketingmix ist hoch und – besonders erfreulich – stark wachsend. Ein Nebeneffekt dieses Erfolgs ist, dass zahlreiche traditionell agierende Kommunikations- und Werbeagenturen auf diesen Zug aufspringen wollen. Ob und wie gut sie das können, darf zu Recht infrage gestellt werden. Was mir auch auffällt im Vergleich zu anderen Märkten: Die Schweiz ist im digitalen Angebot sehr fit.

Nun ist Content Marketing weder PR noch Werbung. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil?
Auf jeden Fall ein Vorteil. Content Marketing ist eine Disziplin für sich, die schon per Definition breit angelegt ist. Gemeinsamer Nenner ist, mit richtig guten Inhalten zu kommunizieren. Dabei öffnet sich der Fächer der Tätigkeiten enorm. Das zeigt sich an unserem breiten Kreis von Auftraggebern. Dieser reicht von der strategischen und operativen Führung über Marketing- und Brandingverantwortliche bis hin zur internen- und externen Kommunikation.

Wo ergeben sich noch Verbesserungsmöglichkeiten für Ihre Branche?
Die Bedürfnisse unserer Kunden sowie das gesamte Content Marketing entwickeln sich mit einer derart hohen Dynamik, dass wir uns dauernd verbessern müssen. Nur wenn wir unser Know-how und Angebot fortlaufend entwickeln, können wir den Kunden den geforderten Mehrwert bieten, den sie von uns als Content-Marketing-Spezialisten erwarten. Dafür braucht es auch seitens Verband eine intensivere Zusammenarbeit mit den Auftraggebern, indem wir uns beispielsweise über die Trends und deren Relevanz für die Unternehmen austauschen.

Welche Trends sind nun im Content Marketing vorherrschend?
Da gibt es den strategischen Content-Ansatz: Um gutes und effizientes Content-Marketing zu betreiben, braucht jedes Unternehmen eine Content-Strategie, die von der obersten Führungsebene getragen wird. Zudem ist mobile first wichtig. Smartphones sind für Kunden und Mitarbeitende die zentrale Drehscheibe für Information und Austausch. Zuguterletzt noch die Erfolgskontrolle: Zumindest in diesem Bereich hat das Bauchgefühl ausgedient. Unsere Kunden erwarten, dass sie den Erfolg ihrer Kommunikationmassnahmen messen können. Und das am besten in Realtime, um die Kommunikation laufend optimieren zu können. Hierzu bedarf es einer klaren Definition der KPI’s und geeigneten Messmethoden.