86 Prozent aller Schweizer haben ein Auto, 81 Prozent halten es für unverzichtbar. Eine Mehrheit sieht zwar die Lärm- und Umweltprobleme, die mit dem Auto verbunden sind. Gegenmassnahmen sollten die Mobilitätsgewohnheiten aber nicht einschränken. Dies geht aus dem Mobilitäts-Monitor von auto-schweiz, der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure, hervor. Der Bericht wurde am Mittwoch in Bern vorgestellt. Das Forschungsinstitut gfs.bern hat dazu 1014 Stimmberechtigte über ihre Haltung zum Auto befragt.
Auch Nachteile erkannt
Die Schweizerinnen und Schweizer nähmen nicht nur die Vorteile des Autos wahr, sondern seien sich auch über dessen Nachteile wie Umwelt- und Lärmbelastung im Klaren, sagte Claude Longchamp von gfs.bern zu den Ergebnissen der Studie. Für 57 Prozent der Befragten hat das Auto etwa gleich viele Vor- wie Nachteile, 15 Prozent sehen mehr Nachteile. 75 Prozent pflichten der Äusserung "das Auto belastet die Umwelt" voll oder "eher" zu.
Prinzip Eigennutzen
Die Auto-Benutzer verhalten sich laut Longchamp aber nicht entsprechend ihrer Vorbehalte: "Das Prinzip Eigennutzen herrscht vor". Das Auto werde so stark genutzt wie kein anderes Verkehrsmittel -- 64 Prozent der Befragten legten pro Woche mehr als 100 Kilometer mit ihrem Auto zurück; 50 Prozent benutzten es täglich. Das Auto habe eine Sonderstellung unter den anderen Verkehrsmitteln, sagte Longchamp weiter. Es werde vielfältig genutzt, und die verschiedenen Verwendungsarten seien mehrheitlich positiv bewertet worden.
Auch hier stellt die Studie eine starke Ambivalenz im Mobilitätsverhalten fest: Berufliche Fahrten erhalten mehr Zustimmung von den Befragten als Fahrten für private Zwecke - dabei benutzen die meisten von ihnen ihr Auto mehrheitlich privat.
Massnahmen sollen nichts kosten
Die Teilnehmer der Studie wurden auch zu Vorschlägen befragt, wie die Probleme mit der Zunahme des Verkehrs in den Griff zu bekommen seien. Hier herrschte breite Zustimmung über Vorschläge, die nur eine Minderheit betreffen würden. So war über die Hälfte aller Befragten einverstanden, Raser systematisch zu erfassen oder stärker gegen Alkohol am Steuer vorzugehen. Keine Mehrheiten fanden dagegen Lösungsvorschläge, die aufs Portemonnaie der Befragten drücken würden: Mit einer CO2- Abgabe etwa waren nur 11 Prozent der Befragten voll einverstanden.
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