"Ein Alleingang war nicht möglich"

Philippe Gaydoul - Der Denner-Chef im Interview.

Zwischen der Migros und Denner kommt es zum Schulterschluss. Die Nummer eins im Schweizer Detailhandel übernimmt 70 Prozent der Aktien des Discounters, Philippe Gaydoul bleibt CEO des Unternehmens. In seinem ersten Interview nach Bekanntwerden des Deals sagt der Denner-Chef gegenüber "persoenlich.com" weshalb ein Alleingang von Denner nicht mehr möglich war und er der Migros den Zuschlag gab.

Herr Gaydoul, ich gratuliere.

Danke. Ich denke, Sie gratulieren mir zu meinem gestrigen 35. Geburtstag.

Auch. Aber natürlich zum Verkauf von Denner. Was ist der Sinn und Zweck?

Wir sichern dadurch das langfristige Überleben von Denner.

War denn das Überleben in Frage gestellt?

Ein Alleingang war in der Tat nicht möglich.

Warum nicht?

Der internationale Druck hat nun auch den Schweizer Handel eingeholt. Die Firmen, die vom Ausland in die Schweiz eindringen, sind derart stark, da hätten wir zuwenig Gewicht auf die Waage legen können.

Mit wem haben Sie noch verhandelt?

Das ist jetzt nicht mehr entscheidend. Migros ist die beste Lösung.

War auch Aldi eine Option?

Nein. Aldi war keinen Option.

Die Waro haben Sie an Coop verkauft. Warum geht nun Denner an die Migros?

Da gibt es mehrere Gründe. Beide wurden von Pionieren aufgebaut, von Duttweiler und Schweri. Die Sortimente ergänzen sich optimal. Migros hat Eigenmarken, wir Markenartikel. Migros ist grossflächig, wir sind kleinflächig. Es ist eine Schweizer Lösung. Und die Migros ist bekannt als sozialer Arbeitgeber. Und dann hat der Preis gestimmt.

Wieviel beträgt der Übernahmepreis?

Darüber reden wir nicht.

Wird alles verkauft?

Migros übernimmt 70 Prozent. Die Gaydoul-Holding behält 30 Prozent für drei Jahre. Ich werde Denner auch noch drei Jahre operativ weiterführen.

Was ändert sich operativ?

Denner bleibt Denner. Es ändert sich nichts. Mitarbeiter wie Kunden wie Ladenkonzept: alles bleibt sich beim alten. Wir haben nun allerdings ein starkes Mutterhaus im Rücken. Das wird sich nur positiv auswirken.

Gibt es Synergien, zum Beispiel im Einkauf?

Das Thema Eigenmarkenbeschaffung wird nun sicherlich aktuell, die Migros hat ja viele eigene Produktionsbetriebe.

Wie lange dauerten die Verhandlungen?

Es ging alles sehr schnell und speditiv.

Wussten Sie zu Weihnachten schon vom möglichen Verkauf?

Davon kann man ausgehen.