Bei den Ladenbetreibern des Zürcher Einkaufs- und Vergnügungstempel Sihlcity herrscht Katzenjammer. Gemäss Recherchen der Handelszeitung macht sich dabei vor allem bei den Kleiderhändlern Unmut breit. So werfe der Expansionsverantwortliche einer grossen international tätigen Modekette der Sihlcity-Leitung vor, zu wenig zu unternehmen, um Besucher anzulocken. Sein Statement: "Sihlcity hat die Hausaufgaben nicht gemacht." So habe es keinen Weihnachtsmarkt, zu wenig Bänke und Papierkörbe.
Laut Handelszeitung entwickeln sich auch bei anderen Modeketten die Geschäfte nicht gemäss den Erwartungen beim Start im März: "Unsere Filiale in Sihlcity läuft unter Budget", sagt etwa Vögele-Chef Daniel Reinhard". Immerhin aber arbeite seine Filiale profitabel. Ebenfalls laufen die Geschäfte bei PKZ und Bluew Dog "knapp unter Budget". Noch im Sommer hatte die Leitung des Centers eine positive Bilanz gezogen.
Christina Haag, interimistische Centerleiterin, entgegnet dieser Kritik mit dem Verweis darauf, dass die IG Mieterschaft über die Marketingmassnahmen von Sihlcity entscheidet. "Wir setzen nur um, was die Mieter beschlossen haben" erklärt sie auf Anfrage der Handelszeitung.
Sihlcity sucht derzeit sowohl nach einem neuen Centerleiter als auch nach einem neuen Marketingchef. Dass das Einkaufszentrum deswegen ein Führungsproblem hat, stellt Haag in Abrede. "Eine sehr intensive Eröffnungsphase kann zu einem Wechsel in der Leitung führen." Der Wechsel des Centerleiters erfolge krankheitsbedingt.