Engagement für die Leichtathletik-EM in Zürich

Habegger - "Technische Herausforderung ist massiv", sagt VR-Präsident Simon Ackermann.

Herr Ackermann, im August findet in Zürich die Leichtathletik Europameisterschaft statt. Habegger wird für verschiedene Projekte im Umfeld der EM zuständig sein. Für welche konkret? 
Wir sind grundsätzlich Generalunternehmer für alles, was Technik und Event-Präsentation betrifft. Ein sehr breites Feld also. Das hat es in diesem Umfang auch in der Geschichte des Marktes noch nie gegeben. Unter Event-Präsentation verstehen wir das ganze Speaker-Wesen, die Eröffnungsfeier, Schlussfeier, Medaillen-Zeremonien, Maskottchen-Einsatz bis zum Inhouse-TV, also das Entertainment, welches im Stadion läuft. Bei der Eröffnungsfeier und sämtlichen Zeremonien bin ich zusammen mit meinen Regiepartnern Max Sieber und Nadine Imboden (www.3friends.ch) für das Konzept, die Regie, die ganze Umsetzung zuständig. Mit Habegger installieren wir die dazu nötige Technik. Für die logistische Umetzung der Eröffnungsfeier ist die Agentur Compresso verantwotlich. Ingesamt sind dabei über 1000 Personen involviert.

Daneben machen wir alles, was Audio, Video, Licht und Strom im Stadion beinhaltet. Auch die ganze Kommunikationstechnik, also die Datenverkabelung, die Verkabelung der Medienarbeitsplätze, das WLAN, die ganze Kommunikationsinfrastruktur für die Medien. Dazu gibt es die Branding-Bauten im Stadion, wie zum Beispiel das Siegerpodest. Auch die ganze technische Infrastruktur in der Stadt, also ausserhalb des Stadions für die Gehen-Wettbewerbe und den Marathon, gehört zu unserem Aufgabengebiet. Zudem sind wir der technische Partner des Festivals auf dem Sechseläutenplatz. Dort steht auch das House of Switzerland. So setzen wir jeden Abend eine 3-D-Projektion auf das Opernhaus um. 

Simon Ackermann, Verwaltungsratspräsident bei Habegger.

Ist dies Ihr grösster Anlass, den Sie je betreut haben?
Von der Komplexität und der Breite her ist das der grösste Event.

Was bedeutet solch ein sportlicher Grossanlass für die Technikplanung?
An solch einem Anlass hat man sehr viele Stakeholder, was kompliziert ist. Wir haben den Host-Broadcaster, das lokale Komitee, den internationalen Verband, die einzelnen Länder mit ihren individuellen Bedürfnissen, die Stadt und den Stadionbetreiber. Also sehr viel Politik, viele Partner, die mitreden. Mit jeder Meisterschaft nehmen die Ansprüche zu, da immer mehr Technologie ins Spiel kommt. Auch die Konvergenz der Medien spüren wir stark am Event. Der heutige Journalist macht Radio, Print, Online-Ticker, alles in einem. Die EM beinhaltet zwei Sessionen pro Tag, also circa acht Stunden Sport täglich. Einerseits muss man in Schichten arbeiten, andererseits viele Kompromisse zwischen dem Einsatz der Technik und der Logistik eingehen. Die Eröffnungsfeier veranschaulicht das, weil sie nur zwei Minuten nach einer Siegerehrung startet. Eine sehr grosse Herausforderung. Ähnlich wie beim Superbowl, wo in der Halbzeit eine riesige Show stattfindet. Wir haben nur 20 Minuten Vorbereitungszeit auf dem Rasen, da vorher noch Wettkämpfe laufen. Das ist die technische Höchstherausforderung.

Auch für die SRG ist das Projekt die grösste Produktion aller Zeiten. Wie ist die Zusammenarbeit mit der SRG?
Sehr gut, wir haben es mit einem sehr professionellen Partner zu tun. Wir beide sind aber immer wieder mit den verschiedensten Bedürfnissen der vielen Partner konfrontiert, was die Arbeit komplex und auch sehr herausfordernd macht. Aber genau dafür sind wir ja da.

Das Ganze kann für Habegger aber auch als eine Superplattform angesehen werden.
Klar. Aber die technische Herausforderung ist schon massiv. Jeder muss genau wissen, was er tut, weil es einfach eine Punktlandung geben muss. Aber genau das macht den Kick eines Live-Events aus.

Wer ist Ihr Auftraggeber an der EM?
Das lokale Organisationskomitee. 

Interview: Marco Lüthi


Dieses Interview erschien erstmals in der aktuellen "persönlich"-Printausgabe. 

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