Am Freitag hat im Technopark Zürich der erste Campaigning Summit der Schweiz statt gefunden. Knapp 160 Teilnehmende verfolgten fünf Referate, deren Themen vom Gründen eines Startups in der Schweiz bis zu Lektionen aus amerikanischen Präsidentschaftswahlen reichten. Gemeinsam war ihnen die Frage, wie man Menschen bewegt – eine Herausforderung für Unternehmen, Verbände und Politik gleichermassen.
Peter Metzinger, Veranstalter und Inhaber der business campaigning Switzerland GmbH, eröffnete die Veranstaltung mit einem Referat zur Frage, ob Campaigning die "eierlegende Wollmilchsau für die Zukunft von Marketing, Kommunikation und Unternehmensführung" sei. Seiner These zufolge ist Campaigning eher eine Denkweise, die die verschiedenen Disziplinen wie Werbung, PR, Social Media, aber auch Management-Disziplinen wie Change Management mit Hilfe eines strategischen Überbaus zusammenführen kann.
Erfunden, und bereits zweimal durchgeführt, wurde das Format des Campaigning Summits in Wien durch Philipp Maderthaner, Inhaber des Campaigning Buerau Vienna. Er zeigte in seinem Referat über das "Mitmach-Prinzip" auf, dass Unternehmungen, die Daten über ihre Kunden bzw. Mitglieder sammeln, auch wissen sollten, wie man diese richtig einsetzt. Er stellte die Frage "Sind 67 Menschen, die rosa Socken tragen, eine Bewegung"? Anschliessend verdeutlichte er, dass es mehr braucht, als es der Zielgruppe technisch leicht zu machen, bei einer Bewegung mitzumachen.
Markus Baumgartners Thema waren die Mechanismen, die es dem Team um Thomas Minder ermöglichten, sich bei der Abzocker-Initiative gegen das 8-Millionen-Budget von economiesuisse durchzusetzen. Das Referat war das umstrittenste und löste auf Twitter heftige Diskussionen aus, wie die Veranstalter in einer Mitteilung schreiben. Im Publikum waren Veteranen der Kampagne aus beiden Lagern. Auffällig war die Menge an Bildern und Karikaturen, mit denen das Team gearbeitet hatte.
Rinaldo Dieziger, Gründer der Online Textagentur Supertext AG erzählte die Geschichte, wie er auf die Idee kam, diese Firma zu gründen. Wichtigste Lektion: "Schuster bleib' bei Deinen Leisten".
Keynote Speaker Joe Trippi aus den USA sorgte 2003 mit der ersten Social Media Kampagne bei US-Präsidentschaftskampagne in den USA für Furore und verhalf auch dem nigerianischen "Facebook-Präsidenten" Goodluck Jonathan ins Amt. Er appellierte an Unternehmen, dass Social Media nicht die Spitze des Eisbergs sind, sondern die 90% Eismasse unter Wasser. Unternehmen wie Verbände sollten seiner Meinung nach ihre Zielgruppen stärker involvieren. Social Media seien aus der Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken.
"Das Highlight des Tages war für mich das Feedback einer Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung. Sie sagte, sie habe jetzt endlich einen Ansatz gefunden, bei dem sich alles zusammenfügt. Genau diesen Nutzen des Campaigning zu vermitteln war unser Ziel," so der Veranstalter Peter Metzinger zur Frage, was ihn am meisten bewegt habe.
Moderiert wurde der Event von Stephan Klapproth. Der nächste Campaigning Summit findet am 23. Mai 2014 statt. Seit Samstag treffen laut Medienmitteilung bereits die ersten Voranmeldungen ein. (pd)