"Es liegt nicht in unserer Absicht, Jugendliche zum Alkohol zu verführen"

- Mit "Cardinal Eve" lanciert Feldschlösschen ein alkoholhaltiges Getränk, das Frauen im Alter ab 25 Jahren ansprechen soll. Mit Litchi-Geschmack will man das "Sex in the City"-Publikum für das neue Aperitif-Getränk gewinnen. "Cardinal Eve" gibt es vorerst aber nur in Clubs und Bars zu kaufen, um das Produkt erlebbar zu machen, wie .Brand Manager Chantal Weibel im Gespräch mit "persoenlich.com" erklärt. Das Interview:

Chantal Weibel, Feldschlösschen lanciert mit "Cardinal Eve" ein süsses Biermischgetränk -- ein sogenanntes Bierpop -- für die Frau.

Cardinal Eve ist kein Bierpop sondern ein alkoholhaltiges Aperitif-Getränk. Wir verstehen es als Alternative zu einem Schaumwein oder Champagner. Cardinal Eve hat mit 3.1 Volumenprozent aber einen wesentlich tieferen Alkoholgehalt.

Aber Cardinal Eve ist doch ein Braugetränk, oder?

Ja, es wird aus Malz, Reis und speziellem Aroma-Hopfen gebraut und enthält 4 Prozent natürlichen Litchi-Saft. Dadurch wird das Getränk leicht und prickelnd.

Welche Frauen wollen Sie damit ansprechen, eher das "Sex in the City"-Publikum oder die "Desperate Housewives"?

Die "Houswives" sprechen wir zur Zeit nicht an. Unsere Zielgruppe sind urbane Frauen ab 25 Jahren aufwärts, die gerne in den Ausgang gehen. Zurzeit vertreiben wir Cardinal Eve dementsprechend auch nur in Clubs und Bars in Grossstädten wie Basel, Bern, Luzern, Lausanne, Genf, Fribourg oder Zürich.

Im Laden ist Cardinal Eve also nicht erhältlich?

Wir haben uns entschieden, in einem ersten Schritt das neue Produkt zuerst selektiv nur in der Gastronomie einzuführen. Damit wird diese neue Getränkekategorie auch erlebbar gemacht.

Entdeckt man die Zielgruppe Frauen neu, weil das Marktpotenzial bei den Männer ausgeschöpft ist?

Wir haben die Frauen nicht neu als Konsumentinnengruppe entdeckt. Mit Cardinal haben wir seit Jahren eine Positionierung, die sowohl Frauen als auch Männer anspricht. Wir haben auch in der Vergangenheit mehrere Produkte lanciert, die bei Frauen besonders gut angekommen sind, wie zum Beispiel 1998 das Cardinal Monsoon mit Mango-Geschmack oder im 2003 das Cardinal Lemon. Wir haben in letzter Zeit festgestellt, dass ein steigendes Bedürfnis nach leicht alkoholhaltigen Getränken besteht, und dies insbesondere bei den Frauen. Wir haben uns dazu entschlossen, ein entsprechendes Produkt für diese Zielgruppe zu entwickeln.

Ist das Bedürfnis nach leicht alkoholhaltigen Getränken eine Folge der Senkung des Promille-Grenzwertes?

Ich sehe dahinter mehr den allgemeinen Trend zum Gesundheitsbewusstsein, der in ganz Europa Einzug gehalten hat. Der tiefere Grenzwert hat diese Entwicklung in der Schweiz vielleicht neu thematisiert.

Sie haben "Cardinal Eve" an einem Launch-Event mit Melanie Winiger und Mister Schweiz Miguel San Juan vorgestellt. Werden die beiden auch als Markenbotschafter tätig sein?

Wir haben für den Lancierungsevent natürlich eine Moderatorin gesucht, welche die selbstbewusste Frau verkörpert. Da haben wir mit Melanie Winiger sicher eine ideale Besetzung gefunden. Weiter Promoaktivitäten mit ihr und Miguel San Juan sind aber nicht geplant.

Süsse alkoholische Getränke stehen immer wieder in der Kritik, weil sie Jugendliche zu vermehrtem Alkoholkonsum verleiten sollen. Muss sich Cardinal Eve diesen Vorwurf auch gefallen lassen?

Es liegt nicht in unserer Absicht, Jugendliche zum Alkohol zu verführen. Wir haben das Produkt ganz klar auf Konsumentinnen ab 25 Jahren ausgerichtet. Das Produkt-Profil wurde dementsprechend designt. Das geht vom Layout über die Etiketten bis zu den Sujets der Werbekampagne.

Wer kreiert die Kampagne?

Unsere Agentur ist Ruf Lanz. Bevor wir aber breit kommunizieren, muss zuerst die Verfügbarkeit des Produkts gewährleistet sein. Mit dem Launch-Event haben wir Cardinal Eve zuerst unseren Kunden vorgestellt. Nun arbeiten wir am Aufbau der Distribution.

(Interview + Fotos: Stefan Wyss)

Impressionen vom Launch-Event in der Zürcher Labor Bar:

Melanie Winiger begrüsste die Gäste beim Launch-Event von "Cardinal Eve".

Vier "Money Girls" der SF-Sendung "Deal or No Deal" warteten sehnlichst auf...