Die EU setzt ihren Feldzug gegen die Tabakindustrie fort. EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou will die Tabakwerbung vollständig aus der Formel 1 verbannen. Dabei sollen sich auch jene Nicht-EU-Länder dem Diktat der Union unterwerfen müssen, die Tabakwerbung bei Rennen erlauben, wie die Financial Times Deutschland berichtet.
Überdies will Kyprianou erreichen, dass das Team Ferrari seine Zusammenarbeit mit Philip Morris beendet. Der italienische Rennstall ist der einzige Rennstall, der von einem Tabakkonzern gesponsert wird. Laut Schätzungen von FTD zahlt Philip Morris dem Team 80 Mio. Dollar pro Jahr. Der Vertrag läuft bis 2011.
"Die Formel 1 ist ein Symbol", sagte Kyprianou im Interview der FTD. "Wir müssen die Werbung für Tabak so weit wie möglich eindämmen, damit wir ihren Einfluss auf junge Menschen unterbinden können." Seit vergangenem Jahr verbietet die EU Tabakwerbung in Printprodukten sowie über Radio und Internet. Ebenso ist das Sponsoring grenzüberschreitender Sportveranstaltungen wie der Formel 1 durch Tabakunternehmen nicht mehr zulässig.
Der Zyprer ist laut FTD der Auffassung, dass der Formel 1-Rennsport auch ohne die Zuschüsse der Tabakkonzerne überleben könne. So hätten die meisten Rennställe bereits andere Sponsoren gefunden. Bereits heute ist nur noch bei 3 von insgesamt 17 Rennen Werbung auf Autos oder Banden erlaubt: In China, Bahrain und in Monaco.