Vor Beginn der Fussball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sind sich Experten aus Sport, Wirtschaft und Medien einig: Die Wirtschaft und insbesondere die Werbewirtschaft werden aus der Euro 2008 eindeutig als Sieger hervorgehen -- und das unabhängig davon, ob die heimischen Teams sportliche Erfolge erzielen oder nicht. "Die Euro wird nicht nur ein Fest des Sports, sondern auch ein Fest der Wirtschaft", so Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka in einer Diskussion im Rahmen der Österreichischen Medientage
Schätzungen von Wirtschaftsinstituten zufolge generiert die Euro 08 in Österreich rund 6000 langfristige Arbeitsplätze und erzeugt ein zusätzliches positives Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 0,15 Prozent, wie der Generalsekretär-Stv. der Österreichischen Wirtschaftskammer Reinhold Mittlerlehner vorrechnet. Die österreichische Bundesregierung erwartet sich von der Euro 08 Steuereinnahmen von rund 140 Mio. Euro. Lopatka sieht daher die Investitionen des Bundes in der Höhe von 130 Mio. Euro voll gerechtfertigt.
Heiss diskutiert wurde auch die Frage, wie sich Österreichs Unternehmen im Rahmen der Europameisterschaft trotz der strengen Werbebeschränkungen seitens der UEFA präsentieren können. Die österreichische Wirtschaftskammer hat in harten Verhandlungen mit der UEFA einige Teilerfolge erzielen können. So wurde vereinbart, dass kleine Unternehmen nicht gestraft werden, wenn diese kleine Verfehlungen begehen.
Dennoch ist die UEFA weiterhin bedacht darauf, dass die offiziellen (Werbe-)Partner der Europameisterschaft geschützt werden. "Das unrechtmässige Verwenden der geschützten Wort- und Bildmarken wird von der UEFA nicht toleriert", so Mitterlehner weiter. Strittig sei jedoch noch, welche Begriffe darunter zu verstehen sind, "da beispielsweise Euro auch eine Währung ist und daher aus unserer Sicht rechtmässig verwendet werden darf".
Einig waren sich die Diskutanten auch darin, dass Fussball -- auch wenn der sportliche Erfolg nicht gegeben ist -- immer eine attraktive Sponsoringplattform bleiben wird. "Fussball ist der Emotionsfaktor Nr. 1 unter allen Sportarten in Europa. Bei einem Event wie die Europameisterschaft muss und kann der wirtschaftliche Faktor vom sportlichen getrennt werden", so Format-Chefredakteur Anton Pelinka abschliessend. (pte)