Ab dem 1. Juli ziert ein "Euro-Blatt" als neues EU-Bio-Label alle verpackten Bio-Produkte, die in einem EU-Staat hergestellt werden. Da aber auch regionale und nationale Gütesiegel gültig bleiben, besteht der Signet-Dschungel bei Bio-Produkten weiterhin. Für nicht verpackte und eingeführte Bio-Erzeugnisse ist das neue Logo fakultativ, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Bei den verpackten Bio- Produkten kommen nebst dem Logo auch neue Kennzeichnungsvorschriften dazu.
So muss der Ort, von dem die landwirtschaftlichen Rohstoffe für das Produkt stammen, angegeben werden. Weiter gehört auf die Verpackung auch die Codenummer der Zertfizierungsstelle, die für die Kontrollen zuständig war. Die Betroffenen haben zwei Jahre Zeit, um die neuen Vorschriften umzusetzen. Beim "Euro-Blatt" sind die EU-Sterne in Form eines Blattes vor einem grünen Hintergrund angeordnet. Es wurde von einem deutschen Studenten entworfen und ging in einer Internet-Abstimmung als Sieger aus den verschiedenen Projekten hervor.
"Wir hoffen, dass sich das neue EU-Bio-Logo zu einem EU-weit anerkannten Symbol entwickelt", sagte der EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos. Die Konsumenten sollten darauf vertrauen können, dass die Erzeugnisse unter Berücksichtigung der "strengen EU-Vorschriften" produziert wurden. Allerdings ist das Label in einigen Bereichen weniger streng, als zum Beispiel das privatwirtschaftliche Schweizer Signet Knospe. So können Bio-Höfe in der EU auswählen, was sie biologisch anbauen, und was nicht. Diese Aufteilung ist in der Schweiz nicht möglich. Bei einem Schweizer Bio-Betrieb wird alles biologisch hergestellt. Ein staatliches Bio-Siegel existiert in der Schweiz nicht. Die Knospe steht aber schon seit fast 30 Jahren als Zeichen für Schweizer Bio-Produkte. (sda)