Ewiger Streit um den Walliser Käse

Raclette - Keine Einigung in Sicht.

Noch immer streiten sich die Käser aus dem Wallis mit dem Verein Raclette Suisse. Die Walliser fordern, dass nur Raclettekäse aus dem Wallis, der aus Rohmilch hergestellt wird, "Raclette" heissen darf. Der Verein Raclette Suisse geht auf diese Forderung nicht ein. Sein Ziel ist, die Schweiz auf die Öffnung der Grenzen mit der EU vorzubereiten. Er will vor allem erreichen, dass der Begriff "Raclette" für die gesamte Schweizer Produktion verwendet wird. So soll verhindert werden, dass ausländischer Käse mit der Bezeichnung "Raclette" hergestellt und in die Schweiz importiert wird.

Die Walliser hingegen machen laut einem Bericht des Tages-Anzeigers keinen Unterschied zwischen dem Rest der Schweiz und der EU. Der Käser Maurice Chevrier sagt: "Für uns Walliser kann es nicht mehr schlimmer kommen". Der Raclettekäse aus pasteurisierter Milch, der zum Beispiel von Emmi hergestellt wird, ist ihm genauso ein Dorn im Auge. Die Dorfkäsereien im Wallis produzieren zweimal so teuer wie Emmi und Co. Die rohe Milch ist aufwändiger zu verkäsen als pasteurisierte Milch. Markus Tschumi, Präsident des Vereins Raclette Suisse, sagt, "Raclette" sei längst zu einer allgemeinen Bezeichnung für Schmelzkäse geworden. "Wir können daher nicht akzeptieren, dass der Begriff ausserhalb des Wallis verboten wird", so Tschumi im Gespräch mit dem Tages-Anzeiger.