Fälschungen werden künftig am Zoll beschlagnahmt

Raubkopien - Neue Gesetzesvorschriften treten am 1. Juli in Kraft.

Ein Spezialunternehmen hat am Dienstag in Cressier FR nicht weniger als 28'427 gefälschte Uhren und 4130 schwarz kopierte DVD geschreddert. Die gefälschten Waren wurden vom Zoll während der letzten vier Jahre geschnappt. Die Schredderaktion kommt pünktlich mit dem Inkrafttreten neuer Vorschriften. Ab dem 1. Juli nämlich ist die Einfuhr von Design- und Markenkopien auch zum Privatgebrauch verboten.

Touristinnen und Touristen können die "Rolex"-Uhren, "Louis Vuitton"-Taschen und anderen einschlägigen Fälschungen an der Grenze abgenommen und vernichtet werden. Andere Sanktionen haben Einreisende nicht zu gewärtigen -- noch nicht. Die Zerstörungsaktion wurde von der Schweizer Plattform gegen Fälschungen und Piraterie "Stop Piracy", dem Zentralamt für Edelmetallkontrolle, dem Verband der schweizerischen Uhrenindustrie (FH) und der Schweizerischen Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (SAFE) durchgeführt, wie die Organisationen mitteilten.

Die neuen Gesetzesvorschriften seien nötig geworden, weil auch Schweizerinnen und Schweizer "zum Wohlergehen der internationalen Fälschungsindustrie" beitragen würden. Sie kauften die Fälschungen im Ausland oder liessen sie sich bequem per Internet zustellen, monieren die drei Organisationen. Das unterstütze das organisierte Verbrechen. Die Aktion diene der Sensibilisierung. Durch Fälschungen und Piraterie -- das unerlaubte Kopieren von geschützten Werken und Leistungen -- entgehen der Schweizer Wirtschaft alleine schätzungsweise 2 Mrd. Fr. pro Jahr. Weltweit schätzte die OECD in einer Studie von 2007 den Schaden auf 200 Mrd. Dollar -- den Handel mit digitalen Produkten über das Internet nicht eingerechnet.

"Stop Piracy" und das Eidgenössische Institut für geistiges Eigentum (IGE) informieren in der nächsten Zukunft über die neue Rechtslage. Flyer werden an Reisende verteilt, Plakate an Grenzübergängen aufgehängt, Informationen über Flughäfen, Reisebüros, Ferienjournale und Internet gestreut und Tipps verbreitet, wie vermeintliche Schnäppchen und Raubkopien erkennbar sind.