Fast drei von vier Schweizern shoppen im Internet

Studie - 4,9 Millionen Menschen haben 2017 mindestens einmal online eingekauft, wie eine Studie des BFS zeigt. Vor allem bei den Konsumenten ohne nachobligatorische Bildung, den Frauen sowie den unter 24-Jährigen und über 55-Jährigen nahm der Anteil zu.

Zugtickets, Kleider oder Hotelübernachtungen werden vermehrt online eingekauft. Drei von vier Personen in der Schweiz haben 2017 mindestens einmal im Internet etwas bestellt – das entspricht 4,9 Millionen Menschen. Vor sieben Jahren hat erst jeder Zweite online eingekauft.

Aufgeholt beim Onlineshopping haben vor allem Konsumenten ohne nachobligatorische Bildung, Frauen sowie unter 24-Jährige und über 55-Jährige, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mit einer Umfrage unter 3000 Personen zur Internetnutzung herausgefunden hat.

Diese Aufholeffekte hingen mit der allgemeinen Verringerung des digitalen Grabens zusammen, schrieb das BFS in einer Mitteilung vom Montag. Nach wie vor sind die Spitzenreiter beim Onlineeinkauf aber männlich, zwischen 25 und 34 Jahren alt und auf Tertiärstufe ausgebildet.

Viel Wachstumspotential

Beim E-Commerce gibt es weiterhin noch deutlich Luft nach oben. Das zeigt sich in der Häufigkeit der Käufe: 40 Prozent kauften ein- bis zweimal innerhalb von drei Monaten online ein. Jeder Vierte tat es sechsmal und häufiger. Insgesamt nahmen neun von zehn Konsumenten weniger als eine Internetbestellung pro Woche vor.

Am häufigsten über den virtuellen Ladentisch gehen Zugbillete und Flugtickets. Sie wurden von zwei Dritteln der Konsumenten bestellt. Aber auch der Onlinekauf von Kleidern und Schuhen, Ferienübernachtungen sowie Veranstaltungstickets ist beliebt. Selten online gekauft werden Kredite, Medikamente, Anlagedienstleistungen, Lotteriescheine, Versicherungspolicen oder Filme.

Während die Onlineeinkäufer von kleineren Problemen wie technischen Störungen auf der Internetseite oder mühsamen Reklamationen berichten, sind schwerwiegendere Probleme recht selten. Weniger als drei Prozent der Befragten war mit Warenbetrug oder Zahlungsbetrug konfrontiert. In absoluten Zahlen sind damit aber dennoch 120'000 Personen betroffen. (awp/sda/maw)