Firma wirbt ungefragt mit Sportlern

Nitrochemie - Roger Federer und Simon Ammann "zur Auflockerung" gebraucht.

Die Schweizer Firma Nitrochemie AG, die Artillerie- und Mörser-Ladungssysteme, Ladungen für Artillerie und Treibladungspulver herstellt, wirbt in Präsentationen mit Roger Federer und Simon Ammann. Blick hat die Präsentationen auf einer US-Militärwebsite gefunden. Laut Blick wussten die beiden Sportler nichts von ihrem "Engagement". In einer Präsentation, die ein Nitrochemie-Angestellter im Jahr 2005 für eine Rede vor Vertretern aus US-Armee, British Army und der Nato hielt, taucht auf ein Mal Roger Federer auf. Der Text: Federer siege dank "herausragendem Talent, Willenskraft und hartem Training. Auch die schweizerisch-deutsche Nitrochemie arbeitet hart, um einer der weltweit führenden Treibladungs-Hersteller zu bleiben", zitiert der Blick aus der Präsentation.

Auch Simon Ammann, Doppelter Olympia-Sieger, machte 2002 ungefragt Werbung: "Die Schweizer fliegen fast so gut wie Harry Potter (...) und sie haben eine Lösung für die meisten ihrer Antriebsprobleme". Simon Ammann sagte gegenüber dem Blick: "Ich distanziere mich in aller Form. Nie im Leben würde ich meinen Namen für so etwas hergeben". Ammann zeigt sich bestürzt, dass er in Zusammenhang mit dem Kriegsgeschäft gebracht wurde. "Sport ist Freude und Leidenschaft, so ziemlich das Gegenteil von Krieg und Tod", so der Sportler.

Robert Guyer, Chef Produktion Wehrtechnik und Technik sagte gegenüber dem Blick, die Sachbearbeiter hätten "offensichtlich zur Auflockerung diese zwei Folien als Schlusswort gebraucht". Die Firma werde die Folien mit den Sportlern aus dem Internet nehmen. Am Montag waren die Folien jedoch noch online und mit Google leicht zu finden, wie Nachforschungen von "persoenlich.com" ergaben (siehe Bilder). Simon Ammann überlegt sich indes, ob er rechtliche Schritte gegen die Firma einleiten soll. Brisant: Drei von fünf Namen der Mitarbeiter, die die Folien kreiert haben, stimmen in den beiden Fällen überein.