Nestlé setzt nach dem Verpackungsflop der Schokoladenmarke Cailler nochmals neu an: Der Nahrungsmittelkonzern will in Broc (FR) mit einer neuen Forschungseinrichtung rund 30 neue Stellen schaffen und rund 20 Mio. Fr. investieren. Das so genannte Exzellenzzentrum konzentriert sich auf die Entwicklung von Luxus-Schokolade.
Damit will Nestlé "Profis der Schokoladenherstellung zusammenbringen, darunter einige der weltweit besten Confiseure, Sensorikexperten und Verpackungsdesigner", wie der Nahrungsmittelkonzern am Montag bei der Präsentation des Projekts erklärte. Von den 24 Forschungseinrichtungen weltweit ist Broc die einzige, die ausschliesslich auf Schokolade im Premium- und Luxussegment fokussiert. Sie wird in der ersten Jahreshälfte betriebsbereit sein und befindet sich in der bereits bestehenden Schokoladenfabrik.
Nestlé hatte im April 2006 die Cailler-Schokolade in vom Stararchitekten Jean Nouvel entworfenen Design-Verpackungen neu lanciert. Beim Kunden kamen diese Produkte nicht an, Umsatzeinbussen von rund 24 Mio. Fr. waren die Folge. Bereits im Frühling 2007 stellte Nestlé die Verpackungen wieder ein. Cailler, die älteste Schweizer Schokoladenmarke, habe bis heute noch nicht ganz zum Erfolg von früher zurückgefunden, sagte der neue Nestlé Schweiz-Chef Roland Decorvet an der Präsentation.
Mit dem neuen Zentrum unterstreicht Nestlé seine Strategie hin zu Premium- und Luxus-Schokolade. Der Konzern arbeitet seit dem letzten Dezember bereits mit dem belgischen Edelchocolatier Pierre Marcolini zusammen. Er bleibe unabhängig und werde die 40 Experten in Broc lediglich inspirieren. (sda)