Geringer Spritverbrauch wird zum Kaufkriterium

Studie - Hohe Ölpreise lassen Autofahrer umdenken.

In ganz Europa sehen sich die Menschen gezwungen, ihr Fahrverhalten zu verändern und ihre Lebenshaltungskosten zu senken, um die allerorts rapide steigenden Kraftstoffpreise zu kompensieren. Von den Schweizern fühlen sich 26 Prozent "stark" durch die gestiegenen Spritpreise beeinträchtigt und 49 Prozent ein wenig. Für mehr als die Hälfte der Autofahrer in der Schweiz lautet die Konsequenz: "Wege und Besorgungen besser koordinieren". Zu diesen Ergebnissen kommt eine globale Online-Studie des Marktforschungsunternehmens ACNielsen, für die per Internet 23’500 Verbraucher in 42 Ländern befragt wurden.

Die Europäer haben sich mittlerweile damit abgefunden, dass die Benzinpreise noch weiter steigen oder sich bestenfalls auf dem derzeitigen Niveau einpendeln. Mit rückläufigen Preisen rechnet in naher Zukunft kaum jemand, und ein Grossteil der Verbraucher reagiert mit einer Reihe von Anpassungen bei Lebensstil und Fahrgewohnheiten.

Für Schweizer steht "Wege und Besorgungen besser koordinieren" ganz oben auf der Liste der Sparmöglichkeiten. Während in Europa nur 37 Prozent der Verbraucher diese Sparmöglichkeit nutzen, sind es in der Schweiz 51 Prozent. Auf Platz zwei steht mit 44 Prozent weniger Auto fahren (Europa 45 Prozent). Häufiger öffentliche Verkehrsmittel nutzen folgt auf Rang drei. Bei diesem Punkt liegt die Schweiz mit 27 Prozent über dem europäischen Durchschnitt von 20 Prozent. Auch Einsparungen bei anderen Lebenshaltungskosten wird mit 22 Prozent in der Schweiz wie in Europa häufig genannt. Weitere Sparoptionen sind Car-Sharing, das Verlegen der Fahrten auf verkehrsärmere Zeiten oder sparsameres Auto kaufen.

Unterschiedliche Strategien innerhalb Europas

In Österreich nutzen zwei Drittel der Konsumenten ihr Fahrzeug seltener als früher, in Deutschland, Finnland, Italien, den Niederlanden, Frankreich und Belgien sind es immerhin noch mehr als die Hälfte. Ausserdem geben über 50 Prozent der Österreicher, Franzosen, Belgier und Schweizer an, ihre Fahrten im Voraus zu planen, um möglichst viele Erledigungen zu kombinieren. Welche Konsequenzen die Verbraucher konkret aus den explodierenden Treibstoffkosten ziehen, hängt jeweils von den landesspezifischen Gegebenheiten und kulturellen Faktoren ab. So beschränken sich 43 Prozent der italienischen und ca. ein Drittel der französischen, griechischen und portugiesischen Konsumenten bei ihren übrigen Ausgaben.

Sollte sich die Lage im internationalen Ölmarkt weiter verschärfen und die Preisspirale in Europa noch weiter drehen, dürften die Verbraucher künftig zu zusätzlichen Einsparmethoden greifen. Dazu zählt auch der Erwerb sparsamerer Fahrzeuge. Bereits jetzt ziehen elf Prozent der Verbraucher in Deutschland und Österreich den Erwerb eines sparsameren Autos in Erwägung. In Grossbritannien, Italien, Irland, der Schweiz und Norwegen zwischen acht und zehn Prozent. Damit dürfte dieses Thema für die Automobilindustrie in absehbarer Zeit erheblich an Bedeutung gewinnen.