Getränkehersteller braut jetzt auch Pils

Feldschlösschen - Die Brauerei hat aufgrund der Aufhebung des Schutzes für die Bezeichnung «Pils» ein Schweizer Bier kreiert, wie es bis 2022 nur tschechischen Herstellern vorbehalten war.

Nachdem der Schutzstatus auf die Bezeichnung «Pils/Pilsner/Pilsen» aufgehoben wurde, darf die Bezeichnung auch für in der Schweiz gebrauten Biers verwendet werden. Seit 1927 galt zwischen der Schweiz und der Tschechischen Republik (zuvor mit der Tschechoslowakei) ein Staatsvertrag, der die Bezeichnung nur für Bier mit tschechischem Ursprung erlaubte. Dieses Abkommen wurde Ende 2022 aufgehoben. Kleinere Braureien, etwa Öufi-Bier in Solothurn reagierten auf die neue Situation und produzierten ein Schweizer Pils. 

Nun hat sich auch der Getränkehersteller Feldschlösschen, eine Tochter des Carlsberg-Konzerns, an die Entwicklung eines Pils gemacht, wie es in einer Mitteilung des Getränkekonzerns heisst. Die Bierneuheit habe einen für den ursprünglich tschechischen Bierstil typischen würzig-herben Geschmack.

Spez als Alternative

Aufgrund des fast 100 Jahre lang geltenden Staatsvertrages zur Bezeichnung «Pils» ist in der Schweiz gemäss Mitteilung eine eigene Bierkategorie entstanden: Das Spezialbier, umgangssprachlich auch Spez oder Spezli genannt. Während ursprünglich Biere darunter fielen, die nach Pilsner Art gebraut wurden, entwickelte sich die Kategorie mit den Jahren weiter und passte sich dem Geschmack der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten an. (pd/yk)