Herr Gehrig, Sie wollen die Reportage-Fotografie aus dem Dornröschen-Schlaf wecken. Warum liegt Ihnen dies so am Herzen?
Ich bin überzeugt, dass die Reportage-Fotografie sehr gut zu uns als "anderes" Reisebüro passt. Wir legen viel Wert auf "Reisen statt Ferien". Dies bedeutet für uns: die verschiedensten Facetten eines Landes zu zeigen.
Wie profitiert Globetrotter von der Aktion?
Uns geht es nicht direkt um einen Profit. Für uns hat sich die Aktion gelohnt, wenn wir talentierte Nachwuchs-Fotografen durch das Coaching von Manuel Bauer weiterbringen können. Zudem bieten wir den Fotografen eine gute Plattform zur Präsentation ihres Talentes.
Wie gross ist Ihr Budget?
Über Zahlen sprechen wir im Sponsoring nicht. Es ist auch nicht ein reines abwägen von Geldflüssen. Vielmehr sind wir überzeugt, dass die Fotografen, Manuel Bauer und auch Globetrotter von dieser Aktion profitieren werden. Zudem macht es Freude, junge Talente auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.
Wie verhindern Sie, dass die ausgewählten Fotografen das Geld für Strandferien verwenden und schliesslich nur Schnappschüsse abliefern?
Unser Coach Manuel Bauer wird während der Entstehung der Arbeiten immer wieder mit den Fotografen zusammensitzen und entstandene Zwischenarbeiten besprechen. So sehen wir jederzeit den Fortschritt. Wobei ich glaube, dass man junge Fotografen, die etwas erreichen wollen, nicht kontrollieren muss. Die sind ehrgeizig genug und wollen die besten Bilder abliefern. Die Auswahl der Fotografen wird der entscheidende Meilenstein sein - dort wird sich schon erstmals zeigen, was deren Motivation ist.
Finn Canonica hat rasch eingelenkt, nachdem Sie bei ihm um eine Publikationsmöglichkeit nachgefragt hatten. Warum?
Es scheint so, als hätte er schnell erkannt, dass uns wirklich viel an der Förderung der Reportage-Fotografie liegt und die Aktion nicht ein billiger PR-Gag ist. Zudem glaubt er auch an das Genre der Reportage-Fotografie. Mit Manuel Bauer hat er auch einen Garanten im Projekt, der für die Qualität der Arbeiten gerade steht.
In der Jury sitzen Sie und der bekannte Reportagefotograf Manuel Bauer. Warum nur zwei Leute?
Da es kein Wettbewerb ist, wo wir unter zig Einsendungen die besten Arbeiten auswählen, haben wir uns für ein kleines Gremium entschieden. Wir müssen in erster Linie eine Person auswählen, mit der wir ein knappes Jahr zusammen arbeiten und daran glauben, dass daraus eine gute Arbeit resultiert. Diesen Weg wollen wir gemeinsam in einer kleinen Gruppe gehen, es soll eine persönliche Beziehung zwischen den Fotografen, Manuel Bauer und Globetrotter entstehen.
Müssen die beiden Sieger-Fotografen Ihre gesamten Rechte an den Bildern Globetrotter abtreten?
Die Rechte-Situation ist auf unserer Ausschreibung unter globetrotter.ch/worldphoto genau geregelt. Wir haben eine Branchenexklusivität innerhalb der Reisebranche. Wobei die Fotografen ja auch von jeder Veröffentlichung unsererseits PR-mässig profitieren.
Werden Sie diesen Wettbewerb in den nächsten Jahren weiterführen?
Dies ist unser festes Bestreben! Es haben auch schon weitere Partner Interesse gezeigt. Evtl. können wir das ganze Programm sogar ausbauen.
Interview: Edith Hollenstein