Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und die Deutsche Bahn (DB) bauen ihre Zusammenarbeit beim Marketing aus. Mit der Gründung der Gesellschaft "Rheinalp" wollen die beiden Unternehmen neue Kunden im grenzüberschreitenden Verkehr gewinnen. Die bisherige Zusammenarbeit zwischen SBB und DB hatte den Mangel, dass die Verantwortung geteilt war, wie SBB-Chef Benedikt Weibel am Freitag vor den Medien in Zürich erklärte. Weil Deutschland der wichtigste Auslandmarkt für die SBB ist, sei es endlich an der Zeit, ein effizienteres Geschäftsmodell einzuführen.
Ein Geschäftsmodell mit einer klaren Verantwortung für einen Gesamtmarkt im grenzüberschreitenden Banhverkehr birgt nach Ansicht von Weibel ein grosses Marktpotenzial. Ein solches Geschäftsmodell werde nun mit der Marketinggesellschaft "Rheinalp" realisiert. Dabei verwies der SBB-Chef auf die positiven Erfahrungen mit der schweizerisch-italienischen Tochtergesellschaft "Cisalpino" und der schweizerisch-französischen Marketinggesellschaft "Lyria". Vorerst wird "Rheinalp" nicht als Marke gegenüber den Kunden auftreten.
Geschäftsreisende und Urlauber
Mit "Rheinalp" wollen SBB und DB vor allem Geschäftsreisende und Urlauber ansprechen. Aus der Sicht der SBB stehen die Grossräume Frankfurt am Main, Stuttgart sowie München im Vordergrund. Während es für die Verbindungen mit Frankfurt schon einen Stundentakt mit dem ICE gibt und mit dem Fahrplanwechsel im Dezember zwischen Stuttgart und der Schweiz der Zweistundentakt eingeführt wird, ist das Angebot für München noch ungenügend.
Hunderttausende Reisende mehr pro Jahr
Die Gesellschaft "Rheinalp" mit Sitz in Freiburg im Breisgau wird die Entwicklung marktfähiger Angebote forcieren und die Buchbarkeit der Angebote verbessern. Zudem sind Aktivitäten mit den nationalen Tourismusorganisationen und Reiseveranstaltern geplant. Bei derzeit vier Millionen Reisenden zwischen der Schweiz und Deutschland -- allein drei Millionen über Basel -- sind Steigerungen um mehrere hunderttausend pro Jahr zu erwarten, wie Jürgen Büchy, Vorsitzender der Geschäftsführung DB-Vertriebs GmbH, erklärte.