"Grüne" Werbebotschaften wirken Rezession entgegen

Trend - Umweltbewusstes Gedankengut hat sich auch bei der Masse durchgesetzt.

Umweltfreundliche Marketingkampagnen entwickeln sich zum Mainstream-Trend. Immer mehr Produkte werden als "grün" beworben und die Verkaufszahlen für nachhaltig produzierte Waren steigen stetig an. Wie aktuelle Zahlen von Datamonitor belegen, wurden in den USA in diesem Jahr bereits 458 Artikel auf den Markt gebracht, die zumindest den Anspruch erheben, "umweltfreundlich" oder "nachhaltig" zu sein. Sollte dieser Trend anhalten, würden 2009 drei mal so viele "grüne" Kampagnen starten als noch im Vorjahr, berichtet das Branchenmagazin "Advertising Age". Hinzu kommt, dass sich der Bereich bislang überraschend rezessionsresistent entwickelt und die Menschen trotz Krise bereit zu sein scheinen, für umweltfreundliche Produkte Geld auszugeben.

"Die gute Nachricht ist, dass sich umweltfreundliche Waren im Allgemeinen besser verkaufen als die meisten anderen Kategorien", meint Jeffrey Hollender, CEO von Seventh Generation, einem der führenden US-Unternehmen für umweltbewusste Haushaltswaren. Auch Nielsen-Erhebungen zeigen, dass Produkte, die als nachhaltig beworben werden, sich trotz höherem Preis durchwegs gut verkaufen. Der Absatz von Biolebensmittel beispielsweise ist im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise um 5,6 Prozent gestiegen ist. Obwohl die Wachstumsraten mit Ende des Jahres schwächer wurden, gab es im Dezember immer noch ein Plus von sieben Prozent - deutlich mehr als im herkömmlichen Handel.

"Es sieht so aus, als würde dieser grüne Trend die Rezession überleben", sagt Tom Vierhile, General Manager Produktanalyse bei Datamonitor. In den vergangenen Jahrzehnten habe es bereits immer wieder "grüne Wellen" gegeben, die dann allerdings durch Krisen beendet worden seien. "Diesmal verhält es sich anders als in der Vergangenheit. Es scheint, dass das umweltbewusste Gedankengut diesmal sehr viel gefestigter ist", so Aric Melzel, Brand Manager bei Scott Paper. Das Interesse an umweltfreundlichen Waren hat sich laut den Branchenkennern inzwischen auch bei der Masse - jenseits der typischen Kernzielgruppe von umweltbewussten Konsumenten - durchgesetzt. (pte)